Stocker legt bei Kanzlerfrage zu – Kickl bleibt vorne

Stocker legt bei Kanzlerfrage zu – Kickl bleibt vorne

In der aktuellen Umfrage zur Kanzlerfrage kann ÖVP-Chef Christian Stocker einen Teilerfolg verbuchen. Der amtierende Bundeskanzler verbessert sich um vier Prozentpunkte auf 15 Prozent. Doch von einer echten Aufholjagd kann noch keine Rede sein – FPÖ-Chef Herbert Kickl liegt weiterhin mit deutlichem Abstand an der Spitze.

Die aktuellen Zahlen im Überblick

Die wöchentliche Kanzlerfrage der Lazarsfeld-Gesellschaft, durchgeführt am 26. und 27. Januar 2026 mit 1.000 Befragten, zeigt ein gemischtes Bild für die Regierung. Wie oe24 berichtet, würden bei einer fiktiven Direktwahl derzeit 31 Prozent der Befragten Herbert Kickl zum Bundeskanzler wählen. Das sind vier Prozentpunkte weniger als in der Vorwoche, als der FPÖ-Chef noch bei 35 Prozent lag.

Christian Stocker kommt aktuell auf 15 Prozent – ein Plus von vier Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche. Damit liegt der ÖVP-Obmann allerdings weiterhin nur bei der Hälfte der Zustimmungswerte seines schärfsten Konkurrenten. SPÖ-Chef Andreas Babler kann sich leicht auf 9 Prozent verbessern, während NEOS-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger und Grünen-Sprecherin Leonore Gewessler mit jeweils 7 Prozent gleichauf liegen.

Kanzlerfrage bleibt fiktiv

Die Lazarsfeld-Gesellschaft stellt diese Frage wöchentlich, obwohl es in Österreich keine Direktwahl des Bundeskanzlers gibt. Der Bundeskanzler wird vom Bundespräsidenten ernannt und muss sich auf eine Mehrheit im Nationalrat stützen können. Dennoch gilt die Kanzlerfrage als aussagekräftiger Indikator für die Zugkraft der jeweiligen Parteiobleute.

Politischer Kontext

Die Umfragewerte kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Stocker beim Neujahrsauftakt der ÖVP seine erste große Grundsatzrede als Parteiobmann hielt. Der Bundeskanzler kündigte dabei unter anderem eine Volksbefragung zur Heeresreform an und bezeichnete 2026 als „Jahr des Aufschwungs“, wie auf der Website des Bundeskanzleramts nachzulesen ist.

Die ÖVP steht nach wie vor unter erheblichem Druck. In Sonntagsfragen zur Nationalratswahl liegt die Partei in aktuellen Lazarsfeld-Erhebungen bei etwa 18 Prozent – gleichauf mit der SPÖ und weit hinter der FPÖ, die bei rund 35 bis 38 Prozent rangiert.

Methodology und Einordnung

Die Lazarsfeld-Gesellschaft führt wöchentlich politische und wirtschaftliche Stimmungsumfragen durch. Das Institut erreicht im PolitPro Score 78 von 100 Punkten und gilt als eines der etablierten Meinungsforschungsinstitute in Österreich. Die maximale Schwankungsbreite bei 1.000 Befragten liegt bei etwa 3 Prozentpunkten.

Ob Stockers leichter Anstieg den Beginn einer echten Aufholjagd markiert oder nur eine kurzfristige Schwankung darstellt, werden die kommenden Wochen zeigen. Der Abstand zu Kickl bleibt jedenfalls beträchtlich – und die FPÖ dominiert weiterhin sowohl die Sonntagsfrage als auch die Kanzlerpräferenz der Österreicher.

Credits: APA

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