Stocker in China: “Chancen nutzen, ohne neue Abhängigkeiten zu schaffen”

Stocker in China: “Chancen nutzen, ohne neue Abhängigkeiten zu schaffen”

Importmesse, Wirtschaftsforum und humanoide Roboter: Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hat seine China-Reise in Shanghai begonnen. Begleitet von rund 50 Unternehmen will er heimischen Firmen neue Märkte erschließen. Heute steht in Peking der politische Höhepunkt auf dem Programm, das Treffen mit Staatspräsident Xi Jinping.

Erste Station: Shanghai

In Shanghai traf Stocker laut “Heute” unter anderem Bürgermeister Zhu Zhongming, besuchte ein Wirtschaftsforum und die China International Import Expo, eine der größten Importmessen der Welt. Bei der Eröffnungszeremonie war er unter den Ehrengästen. Beim chinesischen Technologieunternehmen AGIBOT ließ sich die Delegation zudem humanoide Roboter und Anwendungen der Künstlichen Intelligenz vorführen. Mit dabei ist auch Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP).

50 Unternehmen an Bord

Die Wirtschaftsdelegation ist groß und prominent besetzt. Rund 50 Unternehmensvertreter reisen mit, darunter laut “Heute” AVL List, Doppelmayr, Andritz, RHI Magnesita, Engel, die Erste Group, die Raiffeisen Bank International und die Österreichische Post. “China ist nicht nur einer der größten Märkte der Welt, sondern bietet auch enorme Chancen für heimische Unternehmen”, sagte Stocker. Als exportorientierte Volkswirtschaft hänge Österreichs Wohlstand davon ab, dass Unternehmen international erfolgreich seien. “Deshalb setzen wir auf aktive Wirtschaftsdiplomatie, die Türen öffnet, österreichische Interessen vertritt und neue Partnerschaften ermöglichen soll.”

24.000 Beschäftigte in China

Österreichische Firmen sind in China bereits stark vertreten. Laut “Heute” sind rund 650 heimische Unternehmen mit etwa 900 Niederlassungen im Land aktiv, sie beschäftigen dort rund 24.000 Menschen. Bis 2030 sieht die Regierung zusätzliche Exportchancen von 5,4 Milliarden Euro, vor allem in Maschinenbau, Automatisierung, Mikroelektronik und Umwelttechnologien. “Das bedeutet mehr Aufträge, mehr Wertschöpfung und mehr Arbeitsplätze in Österreich”, so Hattmannsdorfer.

“Partnerschaft auf Augenhöhe”

Hinter den Chancen steht allerdings auch ein Ungleichgewicht. Österreich importierte im vergangenen Jahr laut Regierung Waren um 17,5 Milliarden Euro aus China, exportierte aber nur um rund 5 Milliarden Euro dorthin. Stocker betont deshalb, dass es um Geschäfte geht, aber nicht um jeden Preis: “Wir wollen wirtschaftliche Chancen nutzen, ohne neue Abhängigkeiten zu schaffen. Unser Ziel ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe, von der Österreich und China gleichermaßen profitieren.” Damit greift er eine Linie auf, die auch die EU verfolgt: Handel mit China ja, aber weniger Abhängigkeit bei kritischen Gütern.

Heute bei Xi Jinping

Nach Shanghai geht es nun nach Peking. Dort trifft Stocker heute Staatspräsident Xi Jinping und Premierminister Li Qiang. Anlass ist auch ein Jubiläum: Österreich und China feiern heuer 55 Jahre diplomatische Beziehungen. Was bei den Gesprächen herauskommt, etwa konkrete Vereinbarungen für heimische Unternehmen, wird sich zeigen.

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