Der kleine Aufwind ist schon wieder vorbei. Nach dem angekündigten Wechsel an der SPÖ-Spitze hatten die Sozialdemokraten in der Vorwoche leicht zugelegt. In der neuen Lazarsfeld-Umfrage geben sie den Punkt wieder ab und landen bei 14 Prozent, ihrem bisherigen Tiefstwert in dieser Umfragereihe. Die FPÖ legt dagegen kräftig zu.
Die Zahlen
Wäre am Sonntag Nationalratswahl, käme die FPÖ laut Lazarsfeld auf 39 Prozent, zwei Punkte mehr als in der Vorwoche. Die ÖVP stagniert bei 21 Prozent, die SPÖ verliert einen Punkt und kommt auf 14 Prozent. Dahinter folgen die Grünen mit unveränderten 12 Prozent, die NEOS mit 6 Prozent und die KPÖ mit 4 Prozent, die damit genau an der Hürde für den Einzug in den Nationalrat liegt. Befragt wurden laut oe24 2.000 Personen zwischen 23. Oktober und 2. November, die maximale Schwankungsbreite liegt bei 2,2 Prozentpunkten.
Kein Marterbauer-Effekt
oe24 spricht von einem “Strohfeuerchen”, das bereits wieder erloschen sei. Tatsächlich hatte die SPÖ in der Vorwoche von 14 auf 15 Prozent zugelegt, nachdem bekannt geworden war, dass Finanzminister Markus Marterbauer im Jänner das Vizekanzleramt von Andreas Babler übernimmt. Dieser Zuwachs ist nun wieder weg. Allerdings bewegen sich alle Veränderungen bei SPÖ und ÖVP innerhalb der statistischen Schwankungsbreite, zudem überschneidet sich der Befragungszeitraum teilweise mit jenem der Vorwoche. Auch die Rolle der KPÖ ist dabei nicht zu unterschätzen: Sie hält sich stabil bei 4 Prozent und kostet die SPÖ nach Einschätzung von oe24 wichtige Stimmen am linken Rand.
Fast doppelt so stark wie die ÖVP
Deutlicher ist der Zuwachs der FPÖ. Mit 39 Prozent liegt sie wieder knapp unter der 40-Prozent-Marke und fast doppelt so hoch wie die ÖVP. Der Vorsprung auf die Kanzlerpartei beträgt damit 18 Prozentpunkte. Zum Vergleich: Bei der Nationalratswahl 2024 kam die FPÖ auf 28,85 Prozent, die ÖVP auf 26,27 Prozent.
Keine Mehrheit für die Koalition
Für die Regierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS bleibt die Lage schwierig. Zusammen kommen die drei Parteien auf 41 Prozent und damit nur knapp über der FPÖ allein. Eine Mehrheit im Nationalrat hätten sie laut oe24 bei diesen Werten nicht mehr. Für eine Mehrheit sind 92 der 183 Mandate nötig. Die nächste reguläre Nationalratswahl findet 2029 statt.
Ein Blick auf die Wählerwanderung
Wohin die SPÖ-Wähler in den vergangenen Jahren abgewandert sind, zeigt eine aktuelle Auswertung des Instituts OGM. Seit Bablers Amtsantritt im Juni 2023 hat die Partei demnach rund eine halbe Million Wähler verloren, vor allem an die Grünen und die FPÖ. Den Wählerverlust allein Babler zuzuschreiben, wäre allerdings zu einfach, die SPÖ verlor in diesem Zeitraum auch die Nationalratswahl und trat danach in eine Koalition mit ÖVP und NEOS ein.
Credits: BKA_Christopher Dunker
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