Insider-Bericht: SPÖ-Kreise sollen Zeiler als Babler-Nachfolger im Auge haben

Insider-Bericht: SPÖ-Kreise sollen Zeiler als Babler-Nachfolger im Auge haben

Ein „Politik-Insider“-Bericht von oe24 sorgt für Aufsehen in der SPÖ: Demnach gebe es in Teilen der Partei bereits konkrete Überlegungen, Parteichef Andreas Babler noch vor den kommenden Landtagswahlen durch den früheren ORF-Generaldirektor Gerhard Zeiler zu ersetzen. Wichtig zur Einordnung vorweg: Der gesamte Bericht stützt sich ausschließlich auf anonyme Quellen aus der Partei, eine offizielle Bestätigung gibt es nicht.

Die Ausgangslage: Schlechte Umfragen, abgeschottete Parteispitze

Als Hintergrund verweist oe24 auf aktuelle Umfragewerte: 15 Prozent erreichte die SPÖ mit Babler in der oe24-Sommerumfrage der Lazarsfeld-Gesellschaft, 16 Prozent im aktuellen Wahltrend der Austria Presse Agentur. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnten die Grünen unter Leonore Gewessler die SPÖ bis Weihnachten überholen. Laut dem Bericht agiere Babler samt Team zunehmend abgeschottet: Presseanfragen kritischer Medien würden ignoriert, Telefonate etwa mit oe24 nicht mehr entgegengenommen. Gleichzeitig hätten sich bis auf drei Landesparteivorsitzende bereits alle Parteigranden aus den Gremien zurückgezogen.

„Wenn sich nicht bald etwas tut, ist das der Untergang“

Laut dem Bericht ist einer Gruppe von Landespolitikern sowie der sogenannten „Liesinger Partie“ klar, dass die Partei mit Babler nicht mehr in eine Wahl gehen könne – und dass ein Wechsel tunlichst noch vor den ab 2027 startenden Landtagswahlen in Oberösterreich und Tirol stattfinden solle. „Wenn sich nicht bald etwas tut, ist das der Untergang“, sei oe24 in der vergangenen Woche von mehreren Seiten versichert worden.

Kern soll aus dem Rennen sein, Zeiler ins Spiel gebracht

Der frühere Bundeskanzler und -parteichef Christian Kern, der im Frühjahr offenbar bereit gewesen sein soll, gegen Babler anzutreten, sich dann aber zurückzog, soll laut dem Bericht mittlerweile endgültig aus dem Rennen sein. Stattdessen werde ein Name gehandelt, der bereits 2016 als möglicher Nachfolger des damaligen Kanzlers Werner Faymann im Gespräch war, sich damals aber Kern geschlagen geben musste: der ehemalige ORF-Generaldirektor und heutige Internationale Präsident von Warner Bros., Gerhard Zeiler.

Ein Lebenslauf, der zu Bablers Ressorts passen würde

Zeiler hätte laut dem Bericht ohne Frage die entsprechende Statur für den Posten. Bemerkenswert dabei: Babler habe – ohne dies beabsichtigt zu haben – seine eigenen Ministerkompetenzen bereits nahezu passgenau auf einen Medienmanager zugeschnitten, da Babler unter anderem für Medien, Kultur und Sport zuständig ist. Auch das Alter Zeilers – er ist 71 Jahre alt – gelte in Zeiten von US-Präsident Donald Trump nicht mehr als Hindernis. Der Mann selbst soll laut den oe24 vorliegenden Informationen durchaus bereit sein, eine derartige Rolle zu übernehmen.

Die Schlüsselrolle liegt bei der Wiener Partei

Offen bleibt laut dem Bericht die entscheidende Frage der praktischen Umsetzung. Eine zentrale Rolle käme dabei der Wiener SPÖ zu. Deren Chef, Bürgermeister Michael Ludwig, hat als bislang einziger Landeschef eine ausdrückliche Loyalitätserklärung zu Babler abgegeben. Als er im ORF-Sommergespräch explizit gefragt wurde, ob die SPÖ mit Babler in die nächste Wahl gehe, habe er allerdings zunächst sichtbar geschluckt, ehe er dies bejahte.

Ludwigs mutmaßliche Sympathie für Zeiler

Zugleich gilt Ludwig laut dem Bericht durchaus als Bewunderer Zeilers, der bekanntlich im Wiener Bezirk Ottakring aufwuchs. Ein Wechsel zu Zeiler hätte demnach zudem den Vorteil, dass die aktuelle Dreierkoalition dadurch eher gefestigt als gefährdet würde – ein Aspekt, der laut dem Bericht auch die Koalitionspartner ÖVP und NEOS beruhigen könnte.

Spekulation ohne Bestätigung

Zusammenfassend handelt es sich bei dem Bericht um eine als „Politik-Insider“ gekennzeichnete Einschätzung, die vollständig auf nicht näher genannten Quellen aus dem Umfeld der SPÖ beruht. Weder Babler noch Zeiler noch die SPÖ-Parteizentrale haben sich dazu öffentlich geäußert. Ob die geschilderten Überlegungen tatsächlich Substanz haben oder ob und wann ein solcher Wechsel konkret angegangen würde, bleibt damit vollständig offen.

Credits: Parlamentsdirektion/​Thomas Topf

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