Ein Viertel der Bevölkerung leidet unter Einkommensverlusten, 700.000 kommen mit dem Monatsgeld kaum aus – und die Stimmung bleibt düster. Eine neue Erhebung der Statistik Austria zeichnet ein ernüchterndes Bild der Haushaltslage.
23 Prozent mit weniger, 700.000 am Limit
Wie oe24 unter Berufung auf eine aktuelle Erhebung der Statistik Austria berichtet, gaben im ersten Quartal 2026 rund 23 Prozent der Befragten an, in den vergangenen zwölf Monaten Einkommensverluste erlitten zu haben – hochgerechnet rund 1,5 Millionen Menschen. Besonders betroffen sind Personen mit niedrigem Einkommen. Noch schärfer ist das Bild bei jenen, die jeden Monat ums Überleben kämpfen: Rund 703.000 Menschen – elf Prozent der Bevölkerung – gaben an, Schwierigkeiten zu haben, mit ihrem Einkommen auszukommen, wie oe24 schildert. Dieser Anteil blieb gegenüber dem Vorjahr stabil.
Weniger haben mehr – aber der Trend kehrt sich um
Es gibt auch positive Signale: 33 Prozent der Befragten gaben an, heuer mehr Geld zur Verfügung zu haben als im Vorjahr, wie oe24 berichtet. Allerdings verdeutlicht ein Vergleich mit dem Vorjahr den negativen Trend: 2025 hatten noch 43 Prozent angegeben, mehr Geld zur Verfügung zu haben. Der Anteil jener, denen es finanziell besser geht, schrumpft also spürbar.
Wohnen als größte Belastung
Als Hauptursache für finanzielle Schwierigkeiten nennen die Befragten laut oe24 vor allem gestiegene Ausgaben für Lebensmittel sowie Energie- und Wohnkosten. 16 Prozent gaben an, durch Wohnkosten stark belastet zu sein. Besonders hart trifft es Ein-Eltern-Haushalte: Rund 32 Prozent von ihnen berichten von erheblicher Wohnkostenbelastung – mehr als doppelt so viel wie im Bevölkerungsdurchschnitt.
57 Prozent erwarten weitere Verschlechterung
Auch der Ausblick bleibt trüb. Wie oe24 berichtet, gehen 57 Prozent der Befragten davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage in den kommenden zwölf Monaten verschlechtern wird – wenngleich das ein Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert von 64 Prozent ist. 34 Prozent der 18- bis 74-Jährigen gaben an, mit dem Haushaltseinkommen schlechter zurechtzukommen als noch ein Jahr zuvor. Gleichzeitig rechnen 30 Prozent der Befragten damit, dass staatliche Unterstützungen im kommenden Jahr sinken werden – nur fünf Prozent erwarten eine Verbesserung.
Steuern für Reiche statt Sparen beim Bürger
Befragt, wo der Staat sparen oder Einnahmen erhöhen soll, wird die Antwort deutlich: Die eigene Brieftasche soll möglichst geschont bleiben, wie oe24 schildert. 74 Prozent sprechen sich für höhere Gewinnsteuern auf Unternehmensebene aus. Vermögens- und Erbschaftssteuern für die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung befürworten je nach Ausgestaltung zwischen 58 und 61 Prozent. Maßnahmen, die breite Bevölkerungsschichten direkt betreffen, finden hingegen deutlich weniger Zustimmung.
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