Staatlich gefördert, weltfremd: Stiftung sieht in Wal-Rettung Rechtsextremismus

Staatlich gefördert, weltfremd: Stiftung sieht in Wal-Rettung Rechtsextremismus

Der gerettete Buckelwal Timmy hat Deutschland wochenlang beschäftigt. Jetzt meldet sich die staatlich geförderte Amadeu-Antonio-Stiftung zu Wort — und sieht in der Rettungsbewegung einen „rechtsextremen Kulturkampf“. Die Reaktionen sind entsprechend heftig.

Die Analyse der Stiftung

Wie apollo-news.net unter Berufung auf eine Analyse der Amadeu-Antonio-Stiftung berichtet, habe sich die öffentliche Debatte rund um Wal Timmy schnell „mit klassischer rechtsextremer Rhetorik“ verbunden. „AfD-Politiker und rechtsextreme Medien“ hätten im staatlichen Umgang mit dem Tier ein „grundsätzliches Versagen demokratischer Politik“ erkannt. Was als Tierschutz begonnen habe, sei laut Stiftung in „Skepsis gegenüber Wissenschaft und demokratischen Institutionen“ umgeschlagen. Die Stiftung bezeichnet Timmy als „antidemokratisches Mobilisierungsmoment“.

Die Wal-Aktivisten erinnerten in ihrer Zusammensetzung an „Wutbürger-Gruppierungen vergangener Jahre“, etwa an „Querdenker“ oder die Bauernproteste gegen die Ampel-Regierung, schreibt die Stiftung laut apollo-news.net weiter. Experten, staatliche Stellen und Tierärzte seien vom „Internet-Mob beleidigt“ und mit „(Mord-)Drohungen überschüttet“ worden. Den Umweltminister, der die Rettungsaktion letztlich zuließ, bezeichnet die Stiftung als jemanden, der „eingeknickt vor dem rechtsextremen Mob“ sei.

Wer steckt hinter der Rettungsaktion — und wer hinter der Stiftung?

Zur Einordnung: Die Rettungsaktion war tatsächlich nicht unumstritten. Wie Wikipedia unter Berufung auf eine Zeit-Recherche festhält, war an der Initiative der Influencer Jens Schulz beteiligt, dem rechtsextreme Verbindungen nachgesagt werden. Die Hauptfinanzierung übernahmen jedoch der Unternehmer Walter Gunz und die Pferdesport-Unternehmerin Karin Walter-Mommert. Greenpeace und das Deutsche Meeresmuseum erklärten, nicht in die Vorbereitungen eingebunden gewesen zu sein — und Greenpeace bezeichnete den Rettungsversuch nach der Freilassung als letztlich gescheitert. Wie ZDFheute berichtete, wurde Timmy in einer der meistbefahrenen Schiffsrouten Europas freigesetzt.

Die Amadeu-Antonio-Stiftung selbst steht laut exxpress und apollo-news.net aktuell wegen anderer Vorfälle in der Kritik: Ein von Mitarbeitern der sozialistischen Jugendorganisation „die Falken“ durchgeführter Workshop an einer Schule in Sachsen wurde abgebrochen, nachdem Minderjährigen pornografisches Material gezeigt worden war. Die Stiftung erhält staatliche Förderung, unter anderem vom Bundesjustizministerium.

Der eigentliche Streit

Was die Debatte um den Timmy-Bericht offenlegt, ist ein tieferes Problem: Wenn eine staatlich geförderte Institution das Engagement von Millionen Menschen für ein gestrandetes Tier pauschal als rechtsextremes Mobilisierungsmoment einordnet, verliert sie an Glaubwürdigkeit — und riskiert, legitime Extremismus-Prävention mit politischer Etikettierung zu verwechseln. Ob die Rettungsaktion fachlich sinnvoll war, ist eine Frage. Ob sie rechtsextrem war, eine ganz andere.

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