Die Preise an den Zapfsäulen könnten bald neue Höhen erreichen. Energieexperten warnen vor einem möglichen Preissprung auf bis zu 3 Euro pro Liter – und das schon in naher Zukunft. Grund dafür sind die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten und die Blockade der Straße von Hormuz, einer der wichtigsten Handelsrouten für Öl weltweit.
Experten schlagen Alarm
Wie Johannes Benigni, Energieexperte von JBC Vienna, im ORF erklärte, sei die Situation ernst: „Je mehr Infrastruktur beschädigt wird, desto länger dauert es, bis diese wieder repariert ist.“ Besonders betroffen ist Asien, das stark auf Öl aus dem Nahen Osten angewiesen ist. Mit dem sinkenden Angebot steigen die Preise – eine Entwicklung, die auch Europa hart trifft.
Die Straße von Hormuz: Ein Nadelöhr der Weltwirtschaft
Die Straße von Hormuz, durch die ein Fünftel des weltweiten Ölhandels fließt, ist durch den Krieg im Persischen Golf faktisch lahmgelegt. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) haben die Angriffe auf die Energieinfrastruktur bereits zu einem Verlust von elf Millionen Barrel Öl pro Tag geführt – mehr als bei den Ölkrisen der 1970er-Jahre zusammen. IEA-Chef Fatih Birol warnte in Sydney: „Kein Land wird von den Auswirkungen dieser Krise verschont bleiben.“
Österreich unter Druck
Auch in Österreich spüren Autofahrer die Auswirkungen. Der Dieselpreis liegt bereits bei knapp 2 Euro pro Liter, und die Tankstellenbetreiber dürfen die Preise nur noch an bestimmten Tagen erhöhen. Ein ähnlicher Preisschock wurde zuletzt Anfang 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine verzeichnet.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Die Lage bleibt angespannt. Während die EU über Maßnahmen zur Entlastung der Verbraucher diskutiert, wie etwa Steuersenkungen, warnen Experten vor langfristigen Folgen. „Billiger Sprit per Gesetz führt nur zu Knappheit statt Lösungen“, so Agenda Austria-Ökonom Dénes Kucsera.
Ein teurer Sommer steht bevor
Mit den steigenden Preisen droht ein teurer Sommer für Autofahrer. Ob und wann sich die Lage entspannt, bleibt ungewiss. Klar ist jedoch: Die geopolitischen Spannungen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen machen die Weltwirtschaft verwundbarer denn je.
Quellen: oe24.at, Reuters, krone.at
Credits: APA
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