Spritpreisbremse verpufft: ÖVP stürzt hinter SPÖ ab – Ampel verliert Mehrheit

Spritpreisbremse verpufft: ÖVP stürzt hinter SPÖ ab – Ampel verliert Mehrheit

Die Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS hat ihr Prestigeprojekt durchgebracht – und trotzdem verliert ausgerechnet die Kanzlerpartei massiv in der Wählergunst. Laut einer aktuellen Umfrage hätte die Ampel bei einer Neuwahl keine Mehrheit mehr.

Benzin billiger, Wähler trotzdem weg

Seit dem 2. April gilt die Spritpreisbremse. Wie das Wirtschaftsministerium in einer Aussendung erklärte, traten die entsprechenden Verordnungen mit 1. April in Kraft – die Preissenkungen griffen ab Mittag des Folgetages. Konkret senkt die Regierung die Mineralölsteuer temporär um fünf Cent und begrenzt die Krisenmargen entlang der Wertschöpfungskette um weitere fünf Cent. Unterm Strich sollen Autofahrer im Schnitt zehn Cent pro Liter weniger zahlen.

Doch der erhoffte Stimmungsschub blieb aus. Laut der aktuellen Umfrage der Lazarsfeld Gesellschaft für oe24 – befragt wurden zwischen 23. und 31. März 2026 insgesamt 2.000 Personen, maximale Schwankungsbreite 2,2 Prozent – verliert die ÖVP unter Bundeskanzler Christian Stocker satte drei Prozentpunkte und kommt nur noch auf 18 Prozent. Damit rutscht die Volkspartei erstmals hinter die SPÖ, die sich trotz eigener Baustellen auf 19 Prozent (+1) rettet.

Wie die Bremse beschlossen wurde

Der Weg zur Spritpreisbremse war parlamentarisch alles andere als ein Spaziergang. Wie der ORF berichtet, benötigte die Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS für Teile des Gesetzes eine Zweidrittelmehrheit im Nationalrat – die sie alleine nicht hat. Erst die kurzfristige Zusage von Grünen-Chefin Leonore Gewessler ermöglichte den Beschluss. Die FPÖ verweigerte die Zustimmung. Wie das Parlament in seiner offiziellen Parlamentskorrespondenz festhält, kritisierte die FPÖ das Paket als „hektisch und planlos“ und forderte stattdessen eine Halbierung der Mineralölsteuer sowie das Streichen der CO2-Abgabe – ein Modell, das laut FPÖ-Rechnung den Benzinpreis um rund 44 Cent senken würde.

FPÖ thront uneinholbar an der Spitze

Während die Koalitionsparteien kämpfen, sitzt Herbert Kickl fest im Sattel. Die FPÖ hält laut Lazarsfeld-Umfrage stabil bei 36 Prozent – ein Wert, der selbst durch internationale Turbulenzen nicht erschüttert wird. NEOS klettern auf 8 Prozent (+1), die Grünen liegen bei 11 Prozent.

Die politische Arithmetik ist dabei eindeutig: Wie oe24 berichtet, käme die Ampelkoalition bei einer Neuwahl rechnerisch auf nur rund 90 Mandate – zum Regieren wären jedoch 92 nötig. Die Mehrheit wäre weg.

Globalkrisen als Rückenwind für Blau

Das Paradoxon der aktuellen Lage: Ausgerechnet das globale Chaos – der laufende Iran-Krieg, steigende Energie- und Lebensmittelpreise, wirtschaftliche Unsicherheit – treibt Wähler nicht weg von der FPÖ, sondern zu ihr hin. Kickls Botschaft „Unser Geld für unsere Leut'“ zieht in Krisenzeiten offenbar stärker als jede Preisbremse.

Für die Ampelkoalition bedeutet das: Ein teures, politisch mühsam erkämpftes Entlastungspaket reicht nicht, um das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen – solange die Teuerung den Alltag bestimmt und das Vertrauen in die Wirtschaftskompetenz der Regierung schwindet.

Credits: APA

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