Sprit +50%, Gas +70% – Hankes Antwort: früh schalten

Sprit +50%, Gas +70% – Hankes Antwort: früh schalten

Benzin teurer als je zuvor, Gaspreise um 70 Prozent gestiegen – und das Mobilitätsministerium empfiehlt: früh schalten und den Motor abstellen.


Die Antwort der Regierung auf die Energiekrise

Pünktlich zu den Osterferien hat das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur unter SPÖ-Minister Peter Hanke eine offizielle Pressemitteilung veröffentlicht – mit zehn Tipps, wie Autofahrer ihren Spritverbrauch senken können. Der Inhalt, wie das Ministerium in seiner offiziellen OTS-Aussendung mitteilt: gleichmäßig fahren, vorausschauend bremsen, früh schalten, niedertourig fahren, Reifendruck kontrollieren, Dachgepäckträger abnehmen, Klimaanlage sparsam nutzen und den Motor bei Standzeiten abschalten.

Hankes Begründung: „Besonders in Zeiten hoher Energiepreise ist es entscheidend, dass wir alle Möglichkeiten nutzen, um effizienter unterwegs zu sein. Die empfohlenen Maßnahmen kosten nichts, sind sofort umsetzbar und können den eigenen Treibstoffbedarf massiv reduzieren.“

Das Ministerium verspricht Einsparungen von bis zu 15 Prozent – sofern Autofahrer das umsetzen, was sie seit der Fahrschule wissen.

Was die Tipps nicht sagen

Wie exxpress berichtet, liest sich die Liste wie ein Fahrlehrer-Skript aus den 90ern. Tipp Nummer 9 besticht durch besondere Tiefe: Ein ausgeschalteter Motor verbrauche keinen Sprit – wobei, wie das Ministerium selbst einräumt, Start-Stopp-Systeme das ohnehin automatisch erledigen.

Was in der Aussendung fehlt: ein Bezug zur tatsächlichen Dimension der Krise. Wie heise.de berichtet, sind die Gaspreise seit Kriegsbeginn im Iran um rund 70 Prozent gestiegen, die Ölpreise um rund 50 Prozent. Brent-Rohöl kostet derzeit rund 119 US-Dollar je Barrel – vor dem Krieg waren es etwa 70 US-Dollar. Die Internationale Energieagentur spricht von der größten Angebotsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarkts. Zehn Tipps zum Fahrstil ändern daran nichts.

Das Muster hat einen Vorgänger

Unzensuriert erinnert zu Recht an 2022, als die damalige Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) angesichts der Energiekrise infolge des Ukraine-Kriegs ebenfalls mit Haushaltsspartipps aufwartete – Deckel drauf beim Kochen, Raumtemperatur senken. Die Reaktionen damals waren ähnlich gemischt.

Die zehn Spartipps sind sachlich nicht falsch. Sie sind schlicht das, was Autofahrer seit Jahrzehnten wissen. Dass ein Ministerium in einer veritablen Energiekrise ausgerechnet auf diese Kommunikationsstrategie setzt, sagt einiges über den tatsächlichen politischen Handlungsspielraum aus.

Credits: APA

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