Spionage-Skandal: Egisto Ott vor Gericht – Ein Agentenkrimi made in Austria

Spionage-Skandal: Egisto Ott vor Gericht – Ein Agentenkrimi made in Austria

Am 22. Januar beginnt in Wien der wohl spektakulärste Spionage-Prozess der österreichischen Geschichte. Im Zentrum: Egisto Ott, ein ehemaliger Chefinspektor des aufgelösten Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT). Die Vorwürfe gegen ihn lesen sich wie das Drehbuch eines Agentenfilms – mit russischen Geheimdiensten, dubiosen Datenlecks und einem flüchtigen Wirecard-Manager.

Ein Verfassungsschützer unter Verdacht

Wie das Nachrichtenmagazin profil berichtet, wird Ott beschuldigt, geheime Daten aus Polizeidatenbanken an den russischen Geheimdienst FSB weitergegeben zu haben. Dabei soll er im Auftrag von Jan Marsalek, dem berüchtigten Ex-Wirecard-Vorstand, gehandelt haben. Marsalek, der seit Jahren auf der Flucht ist, gilt als Schlüsselfigur in einem internationalen Netz aus Korruption und Spionage. Laut ZackZack soll Ott unter anderem Aufenthaltsorte, Kfz-Kennzeichen und Reisebewegungen von Personen ohne dienstlichen Auftrag gesammelt haben.

Der Prozess: Ein Mammutverfahren

Die Hauptverhandlung am Wiener Straflandesgericht wird sich über mehrere Wochen erstrecken. Laut VOL.AT umfasst der Fall 2.000 Aktennummern, und es sind zehn Verhandlungstermine angesetzt. Die Anklagepunkte gegen Ott reichen von Amtsmissbrauch über Bestechlichkeit bis hin zu geheimdienstlicher Tätigkeit zum Nachteil der Republik Österreich. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Ein Netzwerk aus Intrigen

Besonders brisant: Ott soll nicht nur Daten an den FSB geliefert haben, sondern auch in die Planung von Operationen involviert gewesen sein. Wie ZackZack enthüllt, soll er eine Analyse zum sogenannten Tiergarten-Mord in Berlin erstellt haben, bei dem ein russischer Agent einen Dissidenten ermordete. In dem Dokument habe Ott sogar „Empfehlungen“ für zukünftige Geheimdienstoperationen gegeben.

Die Rolle von Jan Marsalek

Marsalek, der als Drahtzieher hinter vielen der Vorwürfe gilt, soll Ott mit finanziellen Mitteln unterstützt haben. Laut oe24.at wird Ott vorgeworfen, einen speziell gesicherten Laptop mit sensiblen Daten an Marsalek übergeben zu haben. Dieser Laptop soll später in den Händen des FSB gelandet sein.

Ein Land im Fokus der Spione

Österreich, oft als „Tummelplatz der Spione“ bezeichnet, steht mit diesem Fall erneut im Rampenlicht. Laut profil ist dies die erste Anklage wegen Spionage in Wien seit Jahrzehnten. Die Staatsanwaltschaft sieht in Ott einen „freien Mitarbeiter“ des FSB, der aus Frustration und finanziellen Motiven gehandelt haben soll.

Unschuldsvermutung bleibt

Ott bestreitet alle Vorwürfe vehement. Seine Verteidiger betonen, er sei ein Opfer politischer Intrigen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Quellen: oe24.at, profil.at, ZackZack.at, VOL.AT, Der Standard

Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x