Sommerschule: Lehrer kritisieren Pläne zur Verpflichtung

Sommerschule: Lehrer kritisieren Pläne zur Verpflichtung

Die geplante Einführung einer verpflichtenden Sommerschule für Kinder mit unzureichenden Deutschkenntnissen sorgt für Diskussionen. Vor allem die Lehrergewerkschaft äußert deutliche Kritik an den Plänen von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS).

Lehrergewerkschaft: „Politischer Aktionismus“

Paul Kimberger, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft, zeigt sich verärgert über die Pläne, Lehrerinnen und Lehrer notfalls zur Teilnahme an der Sommerschule zu verpflichten. „Es ist eine sehr unkluge Aktion, solche Pläne über die Medien zu kommunizieren“, so Kimberger in einem Statement am Donnerstag. Er bezeichnet die Idee als „politischen Aktionismus“ und zweifelt an der praktischen Umsetzbarkeit.

Ein großes Problem sieht er darin, dass viele betroffene Schülerinnen und Schüler in den letzten Ferienwochen nicht verfügbar seien oder die Verpflichtung ignorieren könnten. Bereits jetzt erscheine ein Drittel der angemeldeten Kinder nicht in der Sommerschule, wie Kimberger betont. Zudem sei es unrealistisch, innerhalb von zwei Wochen signifikante Fortschritte in der Sprachförderung zu erzielen. Kimberger fordert stattdessen mehr Ressourcen und Personal, um während des Schuljahres gezielte Sprachförderung anzubieten.

Minister Wiederkehr: „Kinder haben ein Recht auf Förderung“

Bildungsminister Christoph Wiederkehr verteidigt die Pläne. Er zeigt sich zuversichtlich, dass sich auch für das neue Modell genügend Lehrkräfte freiwillig melden werden. Aktuell erhalten Lehrkräfte, die in der Sommerschule unterrichten, entweder rund 60 Euro pro Stunde oder eine Stunde weniger Unterricht im kommenden Schuljahr. Laut Wiederkehr gebe es derzeit mehr Bewerbungen als verfügbare Plätze, wie er gegenüber der APA erklärte.

Sollte dies nicht ausreichen, hält der Minister eine Verpflichtung von Lehrkräften für notwendig. „Die Kinder haben ein Recht darauf, im Sommer gefördert zu werden“, betont er. Besonders Lehrerinnen und Lehrer mit Erfahrung in Deutschförderklassen sollen angesprochen werden.

Kritik aus der Politik

Auch aus der Politik gibt es unterschiedliche Reaktionen. Sigrid Maurer, Bildungssprecherin der Grünen, bezeichnet die Sommerschule als ein grundsätzlich erfolgreiches Projekt, kritisiert jedoch die „unausgegorenen Ankündigungen“, die bei Lehrkräften und Eltern für Verunsicherung sorgen. Sie fordert klare Informationen zu den geplanten Abläufen.

Hermann Brückl von der FPÖ geht noch weiter und spricht von einer „Beleidigung für engagierte Lehrer und Schüler“. Er fordert Sanktionen für Familien, die sich nicht ausreichend um die Integration ihrer Kinder bemühen.

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