So lagerst du Weihnachtskekse richtig – damit sie bis Jänner gut schmecken

So lagerst du Weihnachtskekse richtig – damit sie bis Jänner gut schmecken

Weihnachtskekse zu backen ist die eine Sache. Die andere ist, sie so zu lagern, dass sie nicht schon am Stephanitag staubtrocken, zäh oder weich wie Kaugummi sind. Vanillekipferl, Linzer Augen und Lebkuchen können problemlos bis in den Jänner hinein halten – wenn sie richtig verpackt und am passenden Ort aufbewahrt werden. Viel braucht es dafür nicht, aber ein paar Fehler machen den Unterschied zwischen „knusprig“ und „kann weg“.

Nicht jede Kekssorte altert gleich

Zuerst lohnt sich ein Blick auf die Sorten. Klassische, trockene Mürbteigkekse – also einfache Ausstecher, Butterkekse oder Vanillekipferl – sind kleine Dauerläufer. Sie halten in der Regel mehrere Wochen, oft sogar länger, wenn sie gut geschützt sind. Lebkuchen verhält sich noch einmal anders: Frisch gebacken ist er manchmal eher hart, mit der Zeit zieht er etwas Feuchtigkeit und wird weicher – vorausgesetzt, er liegt nicht offen herum.

Empfindlicher sind all jene Kekse, die gefüllt sind oder eine Creme-Schicht tragen: Linzer Augen mit Marmelade, Kekse mit Nougatfülle oder Buttercreme. Hier ist die Haltbarkeit deutlich kürzer, eher im Bereich ein bis zwei Wochen. Noch problematischer wird es bei Keksen mit frischen Zutaten wie Topfen, Frischkäse oder Obst – sie gehören eher in den Kühlschrank und sind keine Kandidaten für eine lange Lagerung bis in den Jänner hinein.

Die richtige Dose macht den Unterschied

Der Klassiker aus der Speisekammer – die Blechdose – hat seinen Ruf nicht zufällig. Metallboxen schützen die Kekse gut vor Luft, Licht und fremden Gerüchen, ohne sie komplett abzuschotten. Glasdosen mit Deckel funktionieren ähnlich gut, vor allem wenn man die Kekse sehen möchte. Plastikdosen sind ebenfalls eine Option, sollten aber sauber, trocken und geruchsneutral sein.

Entscheidend ist, dass die Kekse erst dann in die Dose wandern, wenn sie wirklich vollständig ausgekühlt sind. Werden sie noch lauwarm verpackt, kondensiert die Restwärme als Feuchtigkeit an Deckel oder Innenwand, und die Kekse weichen auf oder beginnen im schlimmsten Fall zu schimmeln. Auch wenn die Versuchung groß ist: Erst abkühlen, dann stapeln.

Bunte Mischung – optisch schön, praktisch problematisch

Die berühmte „Keksdose mit allem drin“ schaut zwar gut aus, ist aber aus Sicht der Haltbarkeit eher ungünstig. Kekse mit Marmelade oder Creme geben Feuchtigkeit ab; trockene Kekse nehmen sie auf und verlieren ihre Knusprigkeit. Dazu kommt das Aroma: Eine starke Vanille- oder Zimtnote breitet sich in einer Mischdose gern aus und überlagert dezenter gewürzte Sorten.

Sinnvoll ist es daher, Kekse nach Sorten oder zumindest nach Typ zu trennen: Mürbteigkekse in die eine Dose, Nuss- und Vanillekekse in die nächste, gefüllte Kekse in eine separate Box, Lebkuchen in eine eigene. Wenn der Platz knapp ist, können Trennlagen aus Back- oder Butterbrotpapier helfen. Sie liegen zwischen den Schichten, verhindern Bruch und sorgen dafür, dass Zuckerbestäubung und Marmelade nicht sofort überall kleben.

Der ideale Platz: kühl, trocken, dunkel

Hat man die Kekse einmal ordentlich verpackt, stellt sich die Frage nach dem „Wohnort“ der Dose. Am wohlsten fühlen sich Weihnachtskekse in einem kühlen, trockenen und dunklen Umfeld – also klassisch in der Speisekammer, einem Vorratsschrank oder einem nicht überheizten Abstellraum. Direkt neben dem Backrohr oder über der Heizung ist kein guter Platz, genauso wenig wie in der Nähe von Geschirrspüler oder Waschmaschine, wo oft feuchte, warme Luft zirkuliert.

Die perfekte Temperatur liegt irgendwo im Bereich unter Zimmertemperatur, aber deutlich über Kühlschrankkälte. Wichtig ist vor allem, dass sich die Temperatur nicht ständig stark verändert. Ständiges Auf und Zu in unmittelbarer Nähe einer Wärmequelle sorgt auf Dauer dafür, dass die Kekse schneller altern.

Einfrieren: Notlösung oder Geheimwaffe?

Viele Sorten lassen sich tatsächlich einfrieren. Vor allem schlichte Mürbteigkekse, Vanillekipferl oder Nusskekse verkraften den Gang ins Tiefkühlfach gut. Sie sollten vorher komplett abgekühlt sein und dann in eine Gefrierdose oder einen gut verschlossenen Beutel kommen, am besten lagenweise mit Papier dazwischen. So verkleben sie nicht miteinander.

Zum Auftauen reicht es, die Dose bei Raumtemperatur stehenzulassen, bis die Kekse wieder weich geworden sind. Auf schnelle Methoden – Heizung, Backrohr, Mikrowelle – sollte man verzichten, weil sie die Struktur verändern und die Kekse zäh oder bröselig werden können. Wer rechtzeitig plant, kann mit dem Tiefkühler also problemlos die Weihnachtsproduktion in den Jänner verlängern.

Woran man erkennt, dass Kekse „drüber“ sind

Auch wenn Zucker und Fett konservierende Eigenschaften haben: Weihnachtskekse sind kein ewiges Lebensmittel. Spätestens wenn sie ranzig riechen, deutlich „alt“ schmecken oder sichtbare Schimmelspuren auftauchen, gehört die Dose in den Müll. Das gilt besonders für gefüllte Kekse und solche mit Nüssen, da Nussfette relativ schnell kippen können. Gerade bei gemischten Dosen lohnt es sich, immer wieder einen kurzen Geruchscheck zu machen.

Spezialfall Lebkuchen: vom Brett zum weichen Stück

Lebkuchen nimmt eine Sonderrolle ein. Frisch gebacken ist er oft eher hart und wirkt fast „roh“. In der Dose zieht er mit der Zeit Feuchtigkeit und wird weicher. Wer diesen Prozess beschleunigen möchte, legt ein Stück Apfel oder eine halbierte Mandarine in die Dose – allerdings nicht direkt auf die Kekse, sondern am besten in einem kleinen Stück Papier oder in einem eigenen Behälter. Wichtig ist, das Obst regelmäßig zu kontrollieren und rechtzeitig zu entfernen, bevor es zu schimmeln beginnt. Soll der Lebkuchen eher knusprig bleiben, verzichtet man auf zusätzliche Feuchtigkeit und konzentriert sich einfach auf eine trockene Lagerung.

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