Traiskirchen, 23. September. Ein Auftritt, der zum Fiasko geriet: Albaniens Botschafter in Österreich, Fate Velaj, stellte im Flüchtlingsheim Traiskirchen sein Buch „Kreuzweg“ vor – just dort, wo er selbst einst als Asylsuchender untergebracht war. Doch statt Rückhalt aus Tirana erntete er eisiges Schweigen.
Weder Ministerpräsident Edi Rama noch Außenministerin Elisa Spiropali oder Kulturminister Blendi Gonxhja, die im Vorfeld groß angekündigt wurden, erschienen. Ein gemeinsames Foto mit dem „Skandalbotschafter“ wollten sie offenbar tunlichst vermeiden.
Neues Buch – neuer Plagiatsverdacht
Kaum auf dem Markt, steht auch „Kreuzweg“ unter Verdacht: Kritiker sehen darin die gleiche Masche wie bei Velajs Masterarbeit, die vom bekannten Plagiatsjäger Dr. Weber bereits vollständig zerlegt wurde.
Opposition: „Sein Stuhl wackelt“
Die Opposition um Ex-Ministerpräsident Sali Berisha geht davon aus, dass Rama nach seinen Ministerrochaden auch den Botschafterposten neu besetzen könnte. Velaj habe „zu viele Skandale in zu kurzer Zeit produziert“.
Die Liste der Vorwürfe ist lang:
- mutmaßlich gekaufter Universitätsabschluss an der Kristal-Universität,
- Plagiat der Masterarbeit in Österreich,
- Schutz seiner kriminell belasteten Schwägerin in der Wiener Botschaft,
- Sozialhilfebezug in Österreich trotz eines deklarierten Vermögens von 1,7 Mio. Euro im albanischen Parlament.
Ermittlungen durch SPAK?
Auch Albaniens Spezialstaatsanwaltschaft (SPAK) soll laut Medienberichten prüfen, ob weitere Schritte einzuleiten sind.
Velajs Buchpräsentation sollte eigentlich ein persönliches Zeichen setzen. Stattdessen wurde sie zum Symbol seiner angeschlagenen Glaubwürdigkeit – und möglicherweise zum Anfang vom Ende seiner diplomatischen Laufbahn.
Credits: BKA
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