Skandal-Urteil sorgt auch in Politik für Fassungslosigkeit – Tanner fordert schärferes Sexualstrafrecht

Skandal-Urteil sorgt auch in Politik für Fassungslosigkeit – Tanner fordert schärferes Sexualstrafrecht

In Wien ist ein vielbeachteter Gerichtsprozess zu Ende gegangen: Zehn junge Männer, denen vorgeworfen wurde, im Wiener Gemeindebezirk Favoriten ein 12-jähriges Mädchen zwischen März und Juni 2023 sexuell bedrängt zu haben, wurden freigesprochen. Ein heimlich aufgenommenes Video, das als Beweismittel diente, zeigt die Zwölfjährige mit mehreren Jugendlichen. Darauf ist zu hören, wie das Mädchen sagt: „Hör auf!“. Trotz dieser belastenden Beweise wurden die Angeklagten freigesprochen, was bei vielen Unverständnis auslöste.

Ministerin Tanner fordert Konsequenzen

Die Verteidigungsministerin Klaudia Tanner äußerte sich auf der Plattform X (ehemals Twitter) entsetzt über das Urteil. Sie schrieb:

„Der Freispruch der jungen Männer im ‚Fall Anna‘ macht mich immer noch fassungslos. Kinder und junge Frauen brauchen besonderen Schutz.“

Gemeinsam mit der niederösterreichischen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner will sie sich für eine Verschärfung des Sexualstrafrechts einsetzen. Tanner betonte, dass solche Taten nicht ohne Konsequenzen bleiben dürften.

Politische Reaktionen und Forderungen

Neben Tanner meldeten sich auch andere Politiker zu Wort. Laut oe24.at hat die Justizministerin angekündigt, das Sexualstrafrecht zu überarbeiten, um solche Urteile in Zukunft zu verhindern. Auch die FPÖ zeigte sich empört: Parteichef Herbert Kickl bezeichnete das Urteil als „fassungslos machend“.

Ein Fall, der Österreich bewegt

Der Fall hat nicht nur eine juristische, sondern auch eine gesellschaftliche Debatte ausgelöst. Viele Bürger fordern strengere Gesetze und einen besseren Schutz für Opfer sexueller Gewalt.

Credits: APA

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