Selenskyj warnt: Russland prüft Angriff auf NATO-Staat von Belarus aus

Selenskyj warnt: Russland prüft Angriff auf NATO-Staat von Belarus aus

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine alarmierende Warnung ausgesprochen: Russland erwäge, das Territorium von Belarus als Ausgangspunkt für neue Militäroperationen zu nutzen – entweder gegen den Norden der Ukraine oder gegen ein NATO-Mitgliedsland. Gleichzeitig kündigt Kiew die Fortsetzung seiner Drohnenangriffe auf russische Infrastruktur an.

Telegram-Botschaft alarmiert Europa

Über den Messengerdienst Telegram wandte sich Selenskyj mit einer unmissverständlichen Botschaft an die Öffentlichkeit. Wie ORF.at berichtet, erklärte er: „Russland prüft Pläne für Operationen südlich und nördlich des belarussischen Territoriums.“ Im Visier stünden demnach entweder die ukrainischen Regionen Tschernihiw und Kiew oder ein NATO-Mitgliedstaat. Selenskyj berief sich dabei auf Geheimdienstinformationen, Details nannte er nicht. Stellungnahmen aus Moskau oder Minsk lagen zunächst nicht vor.

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Wie news.at berichtet, wisse Kiew von laufenden Kontakten zwischen Russland und dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko. Moskau versuche demnach, Lukaschenko zur Teilnahme an neuen russischen Offensiven zu bewegen. Selenskyj wies die ukrainischen Streitkräfte an, einen Reaktionsplan auszuarbeiten und die Verteidigung im Norden des Landes zu verstärken.

Lukaschenko bereitete Boden vor

Die Warnung Selenskyjs kommt nicht aus dem Nichts. Wie news.de berichtet, hatte Lukaschenko bereits Mitte Mai mit einer Militär-Ankündigung für Aufsehen gesorgt: Belarus müsse sich auf einen Krieg „auf eigenem Territorium“ vorbereiten, sagte er. Gleichzeitig wurden laut Berichten in Grenznähe zur Ukraine Straßen ausgebaut und Artilleriestellungen errichtet. Experten und Diplomaten in Europa beobachten diese Entwicklungen seit Wochen mit wachsender Sorge.

Kiew schlägt zurück – Ölraffinerie in Rjasan getroffen

In seiner abendlichen Videobotschaft, die nach dem schweren russischen Luftschlag auf Kiew mit 24 Toten ausgestrahlt wurde, kündigte Selenskyj laut der deutschen Nachrichtenagentur dpa volle Gegenwehr an. Die Ukraine müsse hart und angemessen auf Angriffe gegen ihre Städte reagieren. Eine erste Antwort sei bereits erfolgt: Ukrainische Drohnen trafen die Ölraffinerie in der russischen Stadt Rjasan – einem der wichtigsten Energiestandorte südöstlich von Moskau. Wie bluewin.ch berichtet, bestätigte der ukrainische Generalstab den Angriff auf die Raffinerie sowie auf Schiffe im russischen Kaspijsk. „Wir setzen die Operation fort“, betonte Selenskyj.

Credits: APA

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