Selenskyj fordert Putin zum Treffen in Kostjantyniwka auf – und nennt ihn einen Lügner

Selenskyj fordert Putin zum Treffen in Kostjantyniwka auf – und nennt ihn einen Lügner

Russland behauptet, die strategisch wichtige Stadt im Donbass bereits eingenommen zu haben. Kiew widerspricht – und Selenskyj nutzt die Gelegenheit für einen scharfen öffentlichen Konter.

Peskow behauptet Einnahme – Ukraine dementiert

Am Freitag hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärt, Kostjantyniwka stehe vollständig unter russischer Kontrolle. Am Samstag wies die Ukraine diesen Bericht entschieden zurück, wie heute.at berichtet. Selenskyj bezeichnete die russische Darstellung als „weitere russische Lüge“. In seiner Videoansprache am Sonntagabend bekräftigte der ukrainische Präsident: „Die Kämpfe um Kostjantyniwka, das Putin bereits für sich beansprucht hat, dauern an.“ Die ukrainische Armee halte die Stadt weiter.

Der öffentliche Konter: „Dann triff mich dort“

Selenskyj ließ es nicht bei einer Richtigstellung. Er schlug Putin ein direktes Treffen in Kostjantyniwka vor – und machte damit den diplomatischen Hebel aus dem militärischen Streit. „Wenn Kostjantyniwka unter russischer Kontrolle wäre, dann hätte Putin vielleicht kein Problem damit, mich dort zu treffen, um einen diplomatischen Weg zu finden, diesen Krieg endlich zu beenden“, sagte Selenskyj laut heute.at. Er betonte, Putin würde sich nie trauen, selbst in die umkämpfte Stadt zu gehen – womit er Putins Behauptung mit einem einfachen Argument ad absurdum führt.

Strategische Bedeutung der Stadt

Kostjantyniwka ist militärisch kein Randthema. Die Stadt gilt als eine der letzten ukrainischen Bastionen auf dem Weg zu den bedeutenden Städten Kramatorsk und Slowjansk, die Kiew weiterhin kontrolliert, wie heute.at berichtet. Fällt Kostjantyniwka, öffnet sich Russland eine wichtige Route tiefer in den ukrainisch kontrollierten Donbass.

NATO-Gipfel in der Türkei – Trump kommt

Parallel zur Frontlage warnte Selenskyj laut heute.at, dass Russland vor dem bevorstehenden NATO-Gipfel in Ankara neue massive Angriffe auf die Ukraine plane. Beim Treffen in der Türkei will Selenskyj mit US-Präsident Donald Trump über den Ukraine-Krieg beraten. Trump hatte zuletzt sowohl mit Putin als auch mit Selenskyj telefoniert. Um den Krieg zu beenden, müsse der Druck auf Russland erhöht werden, betonte Selenskyj: Er hoffe, dass „in den kommenden Monaten die Voraussetzungen für einen würdigen Frieden näher rücken, sei es durch Gewalt oder durch Diplomatie.“

EINORDNUNG DER REDAKTION
Selenskyjs Einladung an Putin nach Kostjantyniwka ist kein ernsthafter Verhandlungsvorschlag – sie ist ein rhetorisches Mittel, das Putins Behauptung öffentlich blamiert. Wer eine Stadt „vollständig kontrolliert“, hat keinen Grund, ein Treffen dort abzulehnen. Dass Putin das nicht tun wird, ist sicher – und genau das ist der Punkt. Militärisch bleibt die Lage in Kostjantyniwka unentschieden, wie die anhaltenden Gefechte zeigen. Was Russland als Sieg verkauft, ist nach ukrainischen Angaben noch ein laufender Kampf. Wer recht hat, wird die Frontlinie der nächsten Wochen zeigen.

Credits: BKA Christopher Dunker

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x