Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) will Menschen nach langen Krankenständen den Weg zurück ins Arbeitsleben erleichtern. Mit einer neuen Informationskampagne soll die sogenannte Wiedereingliederungsteilzeit, kurz WIETZ, bekannter gemacht werden – ein Modell, das sich bereits als Erfolgsgeschichte entpuppt.
Zurück in den Job, aber mit Bedacht
Wer nach einer schweren Krankheit oder einem Unfall wochenlang ausfällt, für den ist der plötzliche Wiedereinstieg in den Vollzeitjob oft eine große Hürde. Genau hier setzt die Initiative an. Wie das Sozialministerium informiert, ermöglicht die WIETZ Arbeitnehmern, ihre Arbeitszeit nach einem Krankenstand von mindestens sechs Wochen schrittweise zu reduzieren. Die Arbeitszeit kann dabei um 25 bis 50 Prozent verringert werden. Dieser sanfte Übergang soll helfen, die Gesundheit nachhaltig zu festigen und Rückfälle zu vermeiden.
So funktioniert die finanzielle Unterstützung
Während der Wiedereingliederungsteilzeit erhalten Beschäftigte vom Arbeitgeber ihr Gehalt anteilig für die geleisteten Stunden. Zusätzlich zahlt die zuständige Krankenkasse ein Wiedereingliederungsgeld. Laut Arbeiterkammer soll diese Leistung den Einkommensverlust abfedern und berechnet sich auf Basis des erhöhten Krankengeldes. Damit wird sichergestellt, dass der finanzielle Druck während der Genesungsphase nicht zu groß wird.
Zahlen belegen den Erfolg
Die Beliebtheit des Modells steigt stetig. Eine Auswertung der Statistik Austria zeigt, wie wirksam die Maßnahme ist. Der Großteil der Personen, die WIETZ nutzen, reduziert die Arbeitszeit nur vorübergehend – rund 70 Prozent sind ein Jahr später wieder in ihrem ursprünglichen Stundenumfang tätig. Die Arbeitslosigkeit unter den Teilnehmern bleibt gering. Besonders ermutigend: Wie der Bericht von „Gesunde Arbeit“ hervorhebt, sind insgesamt 87 Prozent der Teilnehmer auch ein Jahr nach der Maßnahme weiterhin beschäftigt. Die häufigsten Gründe für die Inanspruchnahme sind psychische Erkrankungen, Probleme mit dem Bewegungsapparat und Krebserkrankungen.
Win-win für alle Beteiligten
Sozialministerin Schumann betont die Wichtigkeit des Instruments. Es sei eine Win-win-Situation für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Während die Beschäftigten gesundheitsschonend in den Beruf zurückkehren, sichern sich die Unternehmen wertvolle und erfahrene Fachkräfte. Mit der neuen Online-Kampagne sollen nun alle Beteiligten – von Betroffenen über Arbeitgeber bis hin zu Ärzten – verständlich und schnell über die Möglichkeiten der WIETZ informiert werden.
Quellen: oe24.at, sozialministerium.gv.at, arbeiterkammer.at, gesundearbeit.at, statistik.at
Credits: APA
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