Politischer Wirbel entbrennt nach umstrittener Stellenausschreibung mit „ausgezeichneten Türkisch-Kenntnissen“ neben Deutsch – Eine scheinbar harmlose Stellenausschreibung hat einen massiven politischen Aufruhr in Österreich ausgelöst. Die Praxisvolksschule der Pädagogischen Hochschule in Baden steht unter Beschuss, weil sie eine Sportlehrkraft sucht, die nicht nur Deutsch und Englisch sprechen muss, sondern auch über „ausgezeichnete Türkischkenntnisse“ verfügen soll.
Die Teilzeitstelle mit zwölf Wochenstunden ab Oktober ist zum Zentrum einer hitzigen Integrationsdebatte geworden, die Politiker auf die Barrikaden bringt.
FPÖ sieht rot wegen „Diskriminierung“
Die FPÖ Niederösterreich ging scharf gegen das vor, was sie als blanke Diskriminierung bezeichnet. Wie ÖE24 berichtet, machte FPÖ-Bildungssprecher Helmut Fiedler seinem Ärger Luft:
„Die Unterrichtssprache an österreichischen Volksschulen ist Deutsch, daher sind sehr gute Türkischkenntnisse vielmehr eine Diskriminierung unserer eigenen Bevölkerung.“
Fiedlers Empörung richtet sich gegen das, was er als völliges Missverständnis bildungspolitischer Prioritäten sieht. Er besteht darauf, dass die Lehrerauswahl sich ausschließlich auf pädagogische Eignung und Deutschkompetenz konzentrieren sollte – nicht auf Fremdsprachenkenntnisse, die bestimmte ethnische Gruppen bevorzugen.
Die Kontroverse unterstreicht wachsende Spannungen um die Integrationspolitik an österreichischen Schulen, wobei sich die FPÖ als Verteidiger deutschsprachiger Bewerber positioniert, die für diese Stelle übergangen werden könnten.
ÖVP fordert Handeln: „In unseren Schulen wird Deutsch gesprochen!“
Auch die Volkspartei hält nicht still. VPNÖ-Landesgeschäftsführer Matthias Zauner richtete scharfe Kritik an den Bildungsminister. Wie ÖE24 berichtet, erklärte Zauner unmissverständlich:
„In unseren Schulen wird Deutsch gesprochen.“
Zauner prangerte die Sprachanforderung als grundlegend falschen integrationspolitischen Ansatz an. Er zeigt mit dem Finger direkt auf das Bundesbildungsministerium, das die Schule beaufsichtigt, und fordert ein Eingreifen gegen das, was er als gefährlichen Präzedenzfall sieht.
Doch Zauner blieb nicht dabei stehen. Er erneuerte auch seine Forderung nach Sanktionen gegen integrationsunwillige Eltern und verwies auf erfolgreiche Maßnahmen, die bereits in niederösterreichischen Kindergärten umgesetzt wurden. Eltern können Strafen bis zu 2.500 Euro erhalten, wenn sie die Integration ihrer Kinder behindern.
Ministerium kämpft um Schadensbegrenzung
Das Bildungsministerium befand sich im kompletten Schadensbegrenzungsmodus, wie der ORF Niederösterreich berichtet. Ministeriumsbeamte gaben zu, keine Vorabkenntnis von der umstrittenen Stellenausschreibung gehabt zu haben und distanzierten sich von dem Debakel.
Die Kritik des Ministeriums konzentrierte sich auf die mangelhafte rechtliche Formulierung der Ausschreibung, die gesetzliche Erfordernisse (Deutschkenntnisse) mit optionalen Wunschkriterien (Englisch und Türkisch) ohne ordentliche Unterscheidung vermischte.
In einer schnellen Reaktion kontaktierten Ministeriumsvertreter den Hochschulrektor direkt und ordneten die sofortige Entfernung der Stellenausschreibung von allen Plattformen an. Sie forderten eine komplette Überarbeitung mit klarer Rechtssprache, die Pflichtqualifikationen ordentlich von wünschenswerten Zusatzfähigkeiten trennt.
Neueste Kommentare