Khartum – Der Sudan versinkt im Chaos, und das seit Jahren. Doch seit der Bürgerkrieg im April 2023 offen ausgebrochen ist, überschlagen sich laut Bild die Schlagzeilen grausamer Gewalt: Noch nie war das Leid in der Bevölkerung so groß, noch nie das Massaker an Zivilisten so brutal.
Ein Konflikt, über den kaum noch gesprochen wird – und doch ist das Ausmaß erschütternd. Wie Bild berichtet, sollen rund 150.000 Sudanesen innerhalb von zweieinhalb Jahren getötet worden sein. Die Dunkelziffer dürfte laut Bild deutlich höher liegen. Der Geopolitik-Experte Joshua Meservey erklärte gegenüber Bild, dass die tatsächlichen Opferzahlen wahrscheinlich eher unterschätzt würden als zu hoch angegeben sind.
Berichte über eine blutige Tragödie in einer ehemaligen Klinik in Al-Faschir, Darfur, konnten bislang nicht unabhängig verifiziert werden – darauf weist Bild ausdrücklich hin.
RSF gesteht Übergriffe ein
Laut Informationen von Bild kommt mittlerweile auch die beschuldigte Miliz Rapid Support Forces (RSF) um ein Eingeständnis nicht mehr herum: Nach eigenen Angaben habe die RSF Mitglieder aus den eigenen Reihen festgenommen, die für „Übergriffe bei der Befreiung von Al-Faschir“ verantwortlich gewesen sein sollen. Besonders betroffen seien Angehörige von Minderheiten, die arabisch nicht als Muttersprache sprechen, wie Bild weiter berichtet.
Nach Einschätzung von Politikwissenschaftler Prof. Dr. Volker Perthes, die er gegenüber Bild äußerte, ist der Sudan inzwischen faktisch zweigeteilt: Laut Bild kontrolliert die RSF mittlerweile fast ganz Darfur, nachdem Al-Faschir erobert wurde – dort rekrutiert sie laut Bild auch die meisten ihrer Kämpfer.
Zerrissenes Land, erbarmungsloser Machtkampf
Die Gegenseite: Der Norden und große Teile des Ostens stehen noch unter der Kontrolle von General Abdel Fattah al-Burhan und seiner Armee. Wie Bild berichtet, mussten die RSF-Kämpfer im Sommer die Hauptstadt Khartum nach erbitterten Gefechten an die Armee abgeben.
Laut Bild bleibt der Machtkampf spannend, beide Lager verzeichnen Siege und Verluste, doch niemand sei laut Bild bereit für Kompromisse. Wie Dr. Gerrit Kurtz von der Stiftung Wissenschaft und Politik gegenüber Bild erklärt, streben beide Seiten die vollständige Kontrolle des Landes an. Die RSF spreche laut Bild sogar von einem „Marsch zum Roten Meer“ – damit ist die Hafenstadt Port Sudan gemeint, wo sich das De-facto-Regierungszentrum der Armee befindet, so Bild weiter. Die Bereitschaft zur Aufgabe bestehe auf keiner Seite, fasst Bild zusammen.
Hoffnungsschimmer oder Trugschluss?
Wie Bild berichtet, setzen viele nun auf Diplomatie: Die USA, aktuellen Medienberichten zufolge unter Präsident Donald Trump, drängen auf Verhandlungen und eine Waffenruhe. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate (als größter Unterstützer der RSF), Ägypten (auf Seiten der Armee) sowie Saudi-Arabien beteiligen sich als Vermittler – das geht aus den Angaben von Bild hervor.
Doch Experten wie Joshua Meservey äußern sich gegenüber Bild skeptisch: Laut Bild sei die Unterstützung der Emirate für die RSF zuletzt sogar noch gestiegen. Für die Zivilbevölkerung bedeutet das laut Bild: Das Leiden nimmt kein Ende, und der Friede scheint weiter entfernt denn je.
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