Am Mittwochmorgen, dem 5. November, wurde die idyllische Atlantikinsel Île d’Oléron in Westfrankreich Schauplatz eines schockierenden Vorfalls. Ein Autofahrer raste absichtlich in eine Menschenmenge und verletzte dabei mindestens neun Personen, darunter auch einen Radfahrer. Zwei der Opfer schweben in Lebensgefahr. Wie der französische Innenminister Laurent Nuñez auf der Plattform X (ehemals Twitter) mitteilte, wurde der Täter festgenommen.
„Allahu Akbar“ bei der Festnahme
Die Tat ereignete sich gegen 8:45 Uhr in der Gemeinde Saint-Pierre-d’Oléron. Laut Augenzeugen und Ermittlern fuhr der Mann gezielt auf Passanten zu und erfasste sie auf einer Strecke von mehreren Kilometern. Bei seiner Festnahme rief der Täter „Allahu Akbar“. Die Polizei musste ihn mit einer Elektroschockpistole überwältigen, da er erheblichen Widerstand leistete. Sein Fahrzeug war teilweise ausgebrannt, nachdem er offenbar versucht hatte, es mit Gasflaschen in Brand zu setzen, wie die Zeitung „Le Parisien“ berichtet.
Wer ist der Täter?
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich bei dem Verdächtigen um einen 35-jährigen Franzosen, der in der Region La Cotinière lebt. Er ist den Behörden bekannt – allerdings nicht als Gefährder, sondern wegen zahlreicher Vergehen, darunter Alkohol- und Drogenmissbrauch. Bürgermeister Thibault Brechkoff bestätigte, dass der Mann die Tat absichtlich begangen habe. „Alle Dienste sind mobilisiert, um die Situation zu bewältigen“, erklärte er.
Krisenstab eingerichtet
In der benachbarten Ortschaft Dolus wurde ein Krisenstab eingerichtet, um die Versorgung der Verletzten zu koordinieren. Rettungskräfte und Psychologen sind im Einsatz, um den Betroffenen und ihren Angehörigen beizustehen. Innenminister Nuñez reiste persönlich zum Tatort, um sich ein Bild von der Lage zu machen.
Terror oder psychische Ausnahmesituation?
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Die Staatsanwaltschaft in La Rochelle hat ein Verfahren wegen versuchten Mordes eingeleitet, schließt einen terroristischen Hintergrund jedoch vorerst aus. Stattdessen wird geprüft, ob der Täter unter einer psychischen Erkrankung litt. „Die Hintergründe der Tat sind noch unklar“, so ein Sprecher der Behörden.
Ein Ort unter Schock
Die Île d’Oléron, ein beliebtes Ferienziel, steht nach diesem Vorfall unter Schock. Die Straßen, die sonst von Touristen und Einheimischen belebt sind, wurden zum Schauplatz eines Albtraums. „So etwas haben wir hier noch nie erlebt“, sagte ein Anwohner. Die Frage, wie solche Taten in Zukunft verhindert werden können, wird die Region noch lange beschäftigen.
Quellen: oe24, Welt, Rosenheim24, Der Westen, Kurier.
Credits: APA
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