„Schmerzhaft, aber eindeutig“: Orbán räumt Niederlage ein — und verschwindet von der Bühne

„Schmerzhaft, aber eindeutig“: Orbán räumt Niederlage ein — und verschwindet von der Bühne

Nach 16 Jahren an der Macht ist Viktor Orbán Geschichte. Sein Abgang war kurz, ohne Kameras und ohne die große Bühne, die er sonst liebte.

Die Niederlage eingestanden — vor Anhängern, ohne Presse

Laut ORF und t-online trat Orbán am Sonntagabend vor seine Anhänger und sagte: „Die Wahlergebnisse sind, wenn auch noch nicht endgültig, klar. Für uns sind sie schmerzhaft, aber eindeutig.“ Und dann die wohl wichtigsten Worte seiner politischen Karriere: „Uns ist nicht die Verantwortung und die Chance zum Regieren anvertraut worden. Ich habe der siegreichen Partei gratuliert.“ Ein geplanter Auftritt vor Journalisten wurde laut watson.ch kurzfristig abgesagt. Nach seiner kurzen Ansprache verließen viele Gäste die Veranstaltung, die Wahlparty endete wenig später.

Der Anruf bei Magyar

Noch bevor Orbán öffentlich sprach, hatte Magyar selbst die Nachricht verbreitet: Orbán habe ihn angerufen und telefonisch gratuliert. Eine offizielle Bestätigung vonseiten Fidesz ließ zunächst auf sich warten — doch Magyar schrieb es auf Facebook, und Orbán widersprach nicht.

Was Orbán hinterlässt

Der 62-Jährige regierte Ungarn seit 2010 ununterbrochen. Wie Euronews und ZDF zusammenfassen, formte er in dieser Zeit das Wahlsystem zu seinen Gunsten um, baute eine regierungsnahe Medienlandschaft auf und schwächte die Unabhängigkeit der Justiz. Mit dem Schlagwort der „illiberalen Demokratie“ wurde er zur Symbolfigur des europäischen Rechtspopulismus. Er pflegte enge Beziehungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin, US-Präsident Donald Trump — der ihn im Wahlkampf offen unterstützte und Vizepräsident Vance nach Budapest schickte — sowie zu China. Gegenüber Brüssel agierte er als Dauerblocker, zuletzt verhinderte er im März ein 90-Milliarden-Euro-Hilfspaket für die Ukraine.

Der Absturz in Zahlen

Nach Auszählung von mehr als 98 Prozent der Stimmen kam Fidesz laut ORF auf lediglich 55 von 199 Parlamentssitzen — ein dramatischer Einbruch. Magyars TISZA erzielte 138 Sitze und damit eine Zweidrittelmehrheit. Wie t-online berichtet, verlor Orbán sogar in ländlichen Regionen, die bislang als seine Hochburgen galten. Zum Ende sagte er noch: „Was auch immer kommt, wir werden auch in der Opposition der Heimat dienen. Die Last der Regierungsarbeit liegt nicht mehr auf unseren Schultern.“

Ein Satz, der wie eine Erleichterung klingt — aus dem Mund eines Mannes, der nie aufhören wollte.

Credits: APA

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