Die Situation am Wiener Westbahnhof und rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße sorgt schon lange für hitzige Diskussionen. Wer hier täglich unterwegs ist, kennt das Bild: Drogenhandel, offener Alkoholkonsum und ein mulmiges Gefühl auf dem Weg zur U-Bahn. Doch damit ist jetzt Schluss. Die Stadt Wien und die Polizei haben ein drastisches Notprogramm beschlossen, um die Hotspots endlich in den Griff zu bekommen.
Strenges Alkoholverbot am Westbahnhof
Rund um den Westbahnhof zieht die Stadt nun eine klare rote Linie. Ab dem 8. Mai gilt am Europaplatz, rund um das Stationsgebäude der Wiener Linien, im Helga-Pollak-Kinsky-Park und auf dem Christian-Broda-Platz ein striktes Alkoholverbot. Ausgenommen sind lediglich die Schanigärten der Gastronomie. Wer sich nicht an die neuen Regeln hält, muss tief in die Tasche greifen. Beim ersten Verstoß drohen 70 Euro Strafe. Wer öfter erwischt wird, zahlt bis zu 700 Euro. Zudem wird der Alkohol sofort abgenommen und vernichtet. Uniformierte Polizisten sollen das neue Verbot vor Ort streng kontrollieren.
Eigene Schutzzone für den Fritz-Imhoff-Park
Besonders dramatisch war die Lage zuletzt im Fritz-Imhoff-Park und am Gumpendorfer Gürtel. Hier schreitet die Polizei nun mit einer neuen Schutzzone ein. Diese Maßnahme richtet sich gezielt gegen den verfestigten Drogenhandel und soll vor allem Minderjährige schützen. Der Park bekommt zudem einen Zaun, damit er in der Nacht komplett gesperrt werden kann. Tagsüber soll er wieder ein sicherer Ort für Familien und Kinder werden. Hilfe für Suchtkranke bleibt aber weiterhin bestehen – die Betroffenen können die Einrichtung „Jedmayer“ weiterhin aufsuchen.
Mehr Sicherheit in der U-Bahn-Station
Auch die Wiener Linien rüsten auf. So gibt es in der Station Gumpendorfer Straße künftig fixe Sicherheitsposten. Um dunkle Ecken zu entschärfen, werden ungenutzte Durchgänge vergittert, Sitzbänke abmontiert oder versetzt und die Beleuchtung deutlich verbessert. Ein mobiler Container der Polizei soll den Beamten die Arbeit direkt vor Ort erleichtern.
Der Druck auf die Politik war im Vorfeld massiv gewachsen. Unter anderem hatte der Bezirk Mariahilf vehement Maßnahmen gefordert und die Stadt zur Prüfung eines Alkoholverbots aufgefordert. Bürgermeister Michael Ludwig lobt nun die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Polizei. Man bündle die Kräfte, um das respektvolle Miteinander und die Sicherheit in Wien zu stärken.
Quellen: oe24.at, heute.at, meinbezirk.at, wien.orf.at
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