Moskau zieht die Notbremse beim Flugkraftstoff. Der Grund liegt in der Luft – buchstäblich.
Das Exportverbot: Bis Ende November
Wie ORF.at unter Berufung auf eine Kreml-Mitteilung vom 1. Juni 2026 berichtete, hat die russische Regierung ein Exportverbot für Kerosin bis zum 30. November 2026 verhängt. Ziel sei es, die Stabilität auf dem heimischen Kraftstoffmarkt zu gewährleisten. Eine offizielle Begründung zu den konkreten Ursachen nannte der Kreml nicht.
Der eigentliche Grund: Ukrainische Drohnen legen Raffinerien lahm
Der Hintergrund ist weniger geheimnisvoll. Wie dagens.de unter Berufung auf Interfax berichtete, haben ukrainische Streitkräfte seit März 2026 russische Raffinerien mit koordinierten Langstrecken-Drohnenangriffen unter massiven Druck gebracht. Wie ORF.at berichtete, griffen ukrainische Drohnen erst am vergangenen Wochenende erneut Ölanlagen in mehreren russischen Regionen an – darunter ein Öllager nahe der Stadt Taganrog am Asowschen Meer und eine Raffinerie in Saratow an der Wolga. Vor allem in Saratow dürften die Angriffe schwere Folgen für die Produktion gehabt haben. Auf der von Russland annektierten Krim kündigte der Statthalter Sergej Axjonow laut ORF.at bereits Beschränkungen für den Benzinverkauf an.
Vorausgegangen: Wochenlange Debatten über Exportbeschränkungen
Das Exportverbot kam nicht überraschend. Wie MarketScreener unter Berufung auf Interfax berichtete, hatte der Kreml bereits am 18. Mai Exportbeschränkungen für Diesel und Kerosin erwogen. Am 26. Mai hielt Vizepremierminister Alexander Novak laut dagens.de eine dringende Sitzung zu dem Thema ab. Diskutiert wurde ein ein- bis zweimonatiges Einfrieren. Dass nun Kerosin – und nicht Diesel – betroffen ist, entspricht einer damaligen Einschätzung einer Branchenquelle gegenüber Interfax: Die inländischen Dieselvorräte seien vorerst ausreichend, Kerosin hingegen knapp.
Was das für den globalen Markt bedeutet
Russland gehört zu den größten Kerosin-Exporteuren der Welt. Ein mehrmonatiges Exportverbot trifft vor allem asiatische Märkte, die russisches Flugbenzin bisher günstig bezogen haben. Wie die EU-Kommission auf ihrer Website festhält, hat Europa im Rahmen der Russland-Sanktionen bereits Preisobergrenzen für russische Ölprodukte eingeführt. Der direkte Einfluss auf europäische Flughäfen dürfte daher begrenzt sein – der Einfluss auf den globalen Kerosinkraftstoffmarkt und damit auf Flugticketpreise hingegen bleibt abzuwarten.
Credits: Wikipedia
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