Russischer Großangriff auf Kiew: Mindestens zehn Tote, Wohnhaus eingestürzt

Russischer Großangriff auf Kiew: Mindestens zehn Tote, Wohnhaus eingestürzt

Russland hat in der Nacht auf Dienstag die Ukraine mit einem der schwersten Angriffe seit Wochen überzogen. Im Zentrum Kiews stürzte ein Wohnhaus ein – Menschen werden unter den Trümmern vermutet.

Was in der Nacht geschah

Wie ORF.at unter Berufung auf ukrainische Behörden und Agenturen berichtete, griff Russland die Ukraine in der Nacht auf Dienstag mit insgesamt 656 Drohnen und 73 Raketen an – darunter ballistische Raketen, Marschflugkörper und laut russischem Verteidigungsministerium auch Hyperschallraketen. 602 Drohnen und 40 Raketen wurden laut ukrainischen Luftstreitkräften abgeschossen oder unschädlich gemacht.

Im Zentrum Kiews waren in der Nacht heftige Explosionen zu hören. Mehrere Gebäude gerieten in Brand, kurzzeitig kam es zu Stromausfällen und Problemen bei der Wasserversorgung. Im Bezirk Podilskyj stürzte nach einem Treffer ein mehrstöckiges Wohnhaus ein – Bürgermeister Witali Klitschko teilte laut ORF.at auf Telegram mit, dass Menschen unter den Trümmern verschüttet sein dürften. Rettungskräfte rückten noch bei laufendem Luftalarm an. In den Stadtteilen Solomjanskyj wurden ein 20-stöckiges und ein 24-stöckiges Gebäude beschädigt.

Tote in Kiew, Dnipro und Charkiw

Wie ORF.at berichtete, meldete Klitschko für Kiew mindestens vier Todesopfer und 58 Verletzte. In der Stadt Dnipro wurden laut ukrainischen Behörden mindestens sechs Menschen getötet und 36 weitere verletzt. In Charkiw gab es mindestens zehn Verletzte, Russland griff auch Ziele in Saporischschja an.

Moskau: „Schwerer Angriff auf militärisch-industriellen Komplex“

Wie ORF.at unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium berichtete, sprach Moskau von einem „schweren Angriff“ auf Einrichtungen des militärisch-industriellen Komplexes in Kiew sowie den Regionen Saporischschja, Charkiw und Dnipropetrowsk. Zudem sei Energie- und Verkehrsinfrastruktur in anderen Landesteilen angegriffen worden.

Selenskyj hatte gewarnt – Flugabwehr unter Druck

Wie ORF.at berichtete, hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seit Ende der Vorwoche mehrfach vor einem bevorstehenden Großangriff gewarnt. Gleichzeitig räumte er ein, dass fehlender Nachschub westlicher Verbündeter die Abwehr ballistischer Raketen und Marschflugkörper erschwere. Polen versetzte angesichts der Angriffe seine Luftabwehr in Alarmbereitschaft und ließ Kampfjets aufsteigen.

Credits: Von President Of Ukraine from Україна – Every shot of Russia at Ukraine is a step towards its self-destruction – address by President Volodymyr Zelenskyy., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=116104942

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