Die Eskalation im Schwarzen Meer nimmt eine neue Dimension an: Ein deutsches Frachtschiff geriet ins Visier russischer Drohnen und wurde dabei manövrierunfähig. Moskau bestätigte den Angriff selbst – mit einer bemerkenswerten Begründung.
Mehrfach getroffen, Feuer an Bord
Nach Angaben der deutschen „Bild“-Zeitung wurde der Massengutfrachter „EMIL“ im Schwarzen Meer rund 21 Seemeilen vor der ukrainischen Hafenstadt Odessa mehrfach von Drohnen getroffen, wie oe24 berichtet. In der Folge brach an Bord ein Feuer aus, mehrere technische Systeme fielen aus, das Schiff war zeitweise manövrierunfähig. Bestätigt wird dieser Ablauf auch von Euronews sowie der Schweizer Nachrichtenplattform „20 Minuten“, die sich ebenfalls auf den „Bild“-Bericht berufen.
Elfköpfige Besatzung evakuiert
Der unter der Flagge Liberias fahrende Frachter gehört der deutschen Reederei Johann M. K. Blumenthal GmbH & Co. KG mit Sitz in Hamburg-Altona. Die elfköpfige Besatzung, unter der sich nach bisherigen Angaben keine deutschen Staatsbürger befanden, wurde evakuiert. Dabei soll es laut „Bild“-Informationen zu einem weiteren Angriff gekommen sein – verletzt wurde jedoch niemand.
Zweites Schiff mit einem Todesopfer
Nicht das einzige betroffene Schiff an diesem Tag: Auch das Getreidefrachtschiff „Mera Queen“ unter der Flagge Guinea-Bissaus wurde am Mittwoch im Schwarzen Meer angegriffen. Nach Angaben ukrainischer Behörden kam dabei ein Besatzungsmitglied ums Leben. Das mit Weizen beladene Schiff war laut Euronews südlich und östlich von Odessa unterwegs.
Moskau bestätigt Angriffe – mit eigener Begründung
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte die Angriffe auf beide Frachtschiffe über seinen offiziellen Telegram-Kanal, wie Euronews berichtet. Russland begründet die Angriffe damit, die Frachter hätten Rüstungsgüter für das ukrainische Militär transportiert. Diese Darstellung Moskaus konnte bislang von unabhängiger Seite nicht überprüft werden, wie das deutsche Portal „Blaulicht-Report“ anmerkt.
Ein eskalierendes Muster im Schwarzen Meer
Der Vorfall reiht sich in eine Reihe zunehmender Angriffe auf zivile Schifffahrt im Schwarzen Meer ein. Russland und die Ukraine haben ihre gegenseitigen Angriffe in dieser Region in den vergangenen Wochen deutlich ausgeweitet, wobei immer öfter auch Häfen, Frachter und andere Handelsschiffe ins Visier geraten. Das treibt nicht nur die Kosten für Versicherungen und Sicherheitsmaßnahmen in die Höhe, sondern gefährdet auch unmittelbar das Leben von Seeleuten auf zivilen Schiffen. Besonders betroffen sind die Häfen rund um Odessa, die für die ukrainischen Getreideexporte eine zentrale Rolle spielen – Angriffe in dieser Region können somit auch internationale Lieferketten beeinträchtigen.
Credits: Kremlin.ru, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=123219163
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