Russen-Spion im Energie-Riesen OMV enttarnt

Russen-Spion im Energie-Riesen OMV enttarnt

Mitten im Herzen des heimischen Energiekonzerns OMV soll ein Mitarbeiter jahrelang für Russland spioniert haben. Nach einer monatelangen Geheim-Operation des Staatsschutzes flog der Maulwurf nun auf. Die OMV zog sofort Konsequenzen und feuerte den Mann. Der Fall sorgt für diplomatische Verwerfungen – der russische Geschäftsträger wurde ins Außenministerium zitiert.

Monatelange Beschattung durch den Staatsschutz

Die Direktion für Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) hatte den Mann schon länger im Visier. Wie das Magazin „Profil“ berichtet, wurde der Verdächtige über Monate hinweg beobachtet. Er soll sich mehrfach mit einem russischen Diplomaten getroffen haben, der bei westlichen Geheimdiensten als Agent des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB geführt wird. Bei einer Hausdurchsuchung klickten dann endgültig die Handschellen im übertragenen Sinne: Zahlreiche interne Dokumente wurden sichergestellt. Ein Strafverfahren gegen den mutmaßlichen Spion wurde eingeleitet, er befindet sich jedoch auf freiem Fuß.

OMV kooperiert – Diplomat soll Land verlassen

Die OMV reagierte umgehend auf die Enthüllungen. Auf Anfrage teilte der Konzern mit, dass man vollumfänglich mit den Behörden kooperiere und sich von dem Mitarbeiter getrennt habe. Auch das Außenministerium schaltete sich sofort ein. Ein Sprecher erklärte gegenüber der APA, man habe den Geschäftsträger der russischen Botschaft ins Ministerium zitiert und ihn aufgefordert, auf die diplomatische Immunität des betreffenden Diplomaten zu verzichten. Andernfalls werde dieser zur unerwünschten Person erklärt und müsse Österreich verlassen.

Brisante Einblicke in Milliardendeal

Besonders brisant: Der langjährige OMV-Mitarbeiter war laut dem Bericht zeitweise an die Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) in den Vereinigten Arabischen Emiraten entsandt. ADNOC ist nicht nur Miteigentümer der OMV, sondern auch Partner bei der geplanten Milliardenfusion der Petrochemietöchter Borealis und Borouge. Der mutmaßliche Spion hatte somit tiefe Einblicke in beide Unternehmen und soll seine Informationen bei Treffen in Wien direkt an den russischen Diplomaten weitergegeben haben. Noch ist unklar, wie lange die Spionagetätigkeit andauerte und ob der Mann alleine handelte.

Credits: APA

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