Eine FPÖ-Anfrage bringt die Kosten des ersten Rückholflugs aus dem Nahost-Kriegsgebiet ans Licht – und stellt die Frage, ob der medienwirksame Empfang durch die Außenministerin auf dem Rollfeld nötig war.
151 Österreicher, ein Charterflug, 161.000 Euro
Am 4. März 2026 landete in Wien-Schwechat der erste von der Regierung organisierte Charterflug aus der Nahost-Krisenregion. Wie Südtirol News unter Berufung auf das Außenministerium berichtete, brachte eine Maschine der ägyptischen Sky Vision Airlines 151 Personen aus Maskat (Oman) zurück nach Österreich – darunter auch Staatsbürger Italiens und Spaniens. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) empfing die Rückkehrer persönlich auf dem Rollfeld – in rot-weiß-roter Weste, mit Umarmungen und Händeschütteln vor laufenden Kameras.
Wie heute.at unter Berufung auf eine parlamentarische Anfrage der FPÖ berichtete, kostete dieser erste Evakuierungsflug insgesamt 161.000 Euro aus Steuermitteln.
FPÖ: „Bestens inszenierte Airshow“
Die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz bezeichnete den Auftritt laut heute.at als „bestens inszenierte Airshow der Ministerin“ und brachte eine parlamentarische Anfrage ein, um die genauen Kosten zu ermitteln. Sein Vorwurf: Der persönliche Empfang auf dem Rollfeld sei weniger konsularischer Dienst gewesen als gezielte Selbstvermarktung auf Kosten der Steuerzahler.
Außenministerium: Rückholaktion war notwendig
Das Außenministerium hatte die Rückholaktionen von Beginn an als humanitäre Notfallmaßnahme verteidigt. Wie meinbezirk.at berichtete, unterstützte das BMEIA insgesamt rund 1.300 Ausreisen aus der Nahost-Krisenregion. Wie heute.at in einem früheren Bericht erläuterte, trugen auch die EU und in einigen Fällen die Passagiere selbst einen Teil der Kosten – analog zur deutschen Regelung, bei der Rückgeholte 500 Euro Selbstbehalt zahlen mussten.
Zu der rot-weiß-roten Weste erklärte Meinl-Reisinger laut heute.at, sie habe damit sicherstellen wollen, dass die Rückkehrer die österreichische Außenministerin auf dem Rollfeld sofort erkennen. Die Frage, ob ein solcher Rollfeld-Empfang überhaupt notwendig war oder primär PR-Zwecken diente, bleibt politisch umstritten.
Credits: APA
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