Rindfleisch-Preis steigt um 35 Prozent – muss die Regierung tatsächlich eingreifen?

Rindfleisch-Preis steigt um 35 Prozent – muss die Regierung tatsächlich eingreifen?

Wessen Gehalt stieg in nur 12 Monaten um 35 Prozent? Das dürfte wohl kaum passiert sein. Die Fleischpreise explodierten sehr wohl um 35 %, ein Rumpsteak kostet im Supermarkt nun nicht mehr 14 Euro, sondern 18,90 Euro. Muss die Bundesregierung tatsächlich in den Markt eingreifen?

In Österreich wird Rindfleisch extrem teuer: Innerhalb eines Jahres sind die Erzeugerpreise um bis zu 35 Prozent gestiegen. Für die Konsumenten bedeutet das: Die Preisspirale dreht sich weiter – und ein Ende ist nicht in Sicht. Ursache ist vor allem der europaweite Rückgang der Rindfleischproduktion. In großen Erzeugerländern wie Frankreich, Deutschland und Irland wird seit Jahren immer weniger produziert. Auch Österreich bleibt davon nicht verschont: Laut Werner Habermann, Geschäftsführer der ARGE Rind, hat sich die Zahl der Rindermastplätze hierzulande in den vergangenen zehn Jahren um rund ein Drittel verringert. Besonders betroffen ist Oberösterreich, das ein Drittel der heimischen Rinderbetriebe beheimatet.

Der Rückgang hat vielfältige Gründe. Sinkende Erlöse, steigende Kosten und ein zunehmender Druck durch Importe aus dem Ausland haben viele Landwirte zur Aufgabe gezwungen. „Die Einkommenssituation war für viele Rinderbauern schlicht nicht mehr tragbar“, erklärt Habermann gegenüber dem ORF.

Auch Michael Wöckinger von der Landwirtschaftskammer betont, dass Rindfleisch ein wertvolles Produkt sei, dessen Preis „vielleicht bisher ohnehin zu niedrig war“. Dennoch verweist er auf die lange Wertschöpfungskette, die neben der Landwirtschaft auch Schlachtung, Verarbeitung und Handel umfasst – alles Kostenfaktoren, die letztlich die Preise an der Supermarktkasse bestimmen.

Angesichts der Preisexplosion könnte Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) vielleicht gar nicht so falsch liegen: Er fordert eine „klare Regulierung der Lebensmittelpreise, um Spekulationen und ungerechte Gewinnmargen zu unterbinden“. Marterbauer sieht vor allem die Handelsketten in der Pflicht: „Es darf nicht sein, dass Landwirte kaum überleben können, während die Preise für Konsumenten explodieren.“ Eine Preisdeckelung bei Grundnahrungsmitteln wie Fleisch sei „eine ernsthafte Option“, so der Finanzminister.

Obwohl Bauern wie Wöckinger höhere Preise als gerechtfertigt sehen, mahnt Marterbauer: „Lebensmittelversorgung darf nicht zum Luxus werden.“ Die Bundesregierung prüfe – blog.at hat berichtet – aktuell Maßnahmen zur Stabilisierung des Marktes, der Widerstand dagegen ist groß – und es gibt auch zahlreiche Argumente gegen diese staatliche Intervention.

Credit: APA

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