Es klingt wie aus einem Film, doch es ist Realität: Ein Rettungsflieger mit schutzbedürftigen Afghanen landete am Montag in Hannover – allerdings mit zwei Passagieren weniger als geplant. Der Grund? Ein Ehepaar hatte beim Zwischenstopp in Istanbul die Zeit vergessen, weil es in den schicken Geschäften des Flughafens shoppen war.
Shopping statt Boarding
Wie die BILD berichtet, sollten insgesamt 47 Afghanen im Rahmen eines Aufnahmeprogramms der Bundesregierung nach Deutschland gebracht werden. Doch als der Turkish-Airlines-Flug in Hannover landete, fehlten zwei Personen. Das Ehepaar hatte sich während des Zwischenstopps in Istanbul in den Duty-Free-Läden verloren und die Uhr aus den Augen gelassen. Der Pilot entschied, nicht länger zu warten, und hob ohne die beiden ab.
Behörden suchen nach Lösung
Die deutschen Sicherheitsbehörden arbeiten nun daran, das Paar schnellstmöglich nach Deutschland zu bringen. Laut Tagesschau wird nach einem Linienflug gesucht, um die beiden ins Aufnahmelager Friedland zu bringen, wo sie bereits erwartet werden.
Aufnahmeprogramm unter Druck
Die schwarz-rote Bundesregierung hatte das Aufnahmeprogramm für besonders gefährdete Afghanen im Mai gestoppt. Dennoch werden rechtsverbindliche Zusagen eingehalten, wie Außenminister Johann Wadephul (CDU) betonte. Die meisten der 45 Passagiere, die in Hannover ankamen, sind Frauen und Kinder, die sich in Pakistan aufhielten und dort auf ihre Ausreise warteten. Laut Tagesschau sitzen derzeit noch rund 2.100 Afghanen mit Aufnahmezusage in Pakistan fest.
Ein Einzelfall?
Die Geschichte des Ehepaars wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen solcher Rettungsaktionen. Während die meisten Passagiere froh sind, endlich in Sicherheit zu sein, zeigt dieser Vorfall, dass auch in Extremsituationen der Alltag manchmal skurrile Blüten treibt.
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