Die österreichische Regierung plant neue Maßnahmen gegen die sogenannte „Shrinkflation“. Dabei handelt es sich um die Praxis, Produkte in kleineren Verpackungen zum gleichen oder einem höheren Preis anzubieten. Laut oe24.at soll ein entsprechendes Gesetz schon 2026 in Kraft treten.
SPÖ fordert höhere Strafen für Handelsunternehmen
Im Zuge der Gesetzesvorbereitungen fordert die SPÖ deutlich höhere Strafen für Verstöße gegen das Verbot von Shrinkflation. Die stellvertretende SPÖ-Klubvorsitzende Julia Herr betonte gegenüber der APA, dass die aktuellen Strafen für Handelskonzerne – auch im Wiederholungsfall – zu niedrig seien, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen.
500 Anzeigen im laufenden Jahr
Wie oe24.at berichtet, wurden im Rahmen einer „Aktion Scharf“ der Marktämter seit Jahresbeginn rund 500 Anzeigen wegen Shrinkflation erstattet, davon 200 allein im Oktober. Trotz vorab angekündigter Kontrollen bewerten die Sozialdemokraten das Problem als strukturell. Laut SPÖ liegt die Höchststrafe derzeit bei nur 1.450 Euro, was besonders für große Handelsunternehmen mit hohen Umsätzen als gering angesehen wird. Zum Vergleich: Für das unerlaubte Sammeln von über zwei Kilo Pilzen in Salzburg können bis zu 14.600 Euro Strafe fällig werden.
Internationale Vergleichswerte
Internationale Vergleichswerte zeigen deutlich höhere Strafrahmen: In Deutschland können pro Verstoß bis zu 25.000 Euro verhängt werden, in Frankreich bis zu 15.000 Euro. In Ungarn sind sogar Strafen bis zu 2,5 Prozent des Jahresumsatzes möglich. Würden solche Strafhöhen in Österreich angewandt, müssten Unternehmen für 200 Verstöße statt etwa 100.000 Euro insgesamt bis zu fünf Millionen Euro zahlen. Die SPÖ fordert darüber hinaus, dass Strafen zwischen Großunternehmen und kleineren Betrieben differenziert werden sollen. Ob und wie diese Maßnahmen in das Gesetz einfließen, ist laut oe24.at noch offen.
Neueste Kommentare