Die Regierung ist in Jubelstimmung und sieht einen klaren Erfolg ihrer Arbeit: Nach einer Prognose des Instituts für Höhere Studien (IHS) soll die Inflationsrate für das Jahr 2026 auf 2,2 Prozent sinken. Damit rückt das von der Regierung anvisierte Ziel von zwei Prozent in greifbare Nähe. Die Nachricht sorgt für Optimismus in der Koalition, nachdem die Teuerung im Jahr 2025 noch bei 3,6 Prozent lag.
Maßnahmen und ein statistischer Trick
Die Gründe für den Rückgang sind vielschichtig. IHS-Ökonom Sebastian Koch erklärt, dass vor allem Energie-Pakete und temporäre Mehrwertsteuersenkungen die Teuerung spürbar dämpfen. Wie die Presse berichtet, drücken diese aktiven Entlastungsmaßnahmen die Inflationsrate um insgesamt rund 0,7 Prozentpunkte. Dazu gehören die Senkung der Elektrizitätsabgabe, Preissenkungen von Energieversorgern wie Verbund und EVN, die Erweiterung der Mietpreisbremse sowie die Senkung der Mehrwertsteuer auf bestimmte Grundnahrungsmittel.
Ein großer Teil des Rückgangs ist allerdings auf einen statistischen Kniff zurückzuführen, den Experten als „Basiseffekt“ bezeichnen. Dieser macht laut IHS-Berechnungen etwa 0,8 Prozentpunkte aus. Dabei geht es darum, dass massive Preisschübe beim Strom aus dem Vorjahr nicht mehr in die aktuelle Berechnung einfließen.
Hattmannsdorfer sieht „Jahr der Trendwende“
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) zeigte sich erfreut und sprach von einem „Jahr der Trendwende“, wie oe24.at meldet. Er betonte, dass die Maßnahmen der Regierung wirken und ein durchschnittlicher arbeitender Haushalt sich dadurch rund 900 Euro im Jahr ersparen könne. Gleichzeitig appellierte er an die Eigenverantwortung der Bürger und bezeichnete Österreich als „Land der Wechselmuffel“, da nur wenige die Möglichkeit nutzen, zu günstigeren Energieanbietern zu wechseln.
Auch Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) wertete die neue Prognose als „erfreuliche Trendumkehr“ und als Ergebnis der konsequenten Regierungsarbeit. Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) sieht darin ebenfalls eine Bestätigung des Regierungskurses. Er verwies auf Maßnahmen wie den Mietpreisstopp und das Günstiger-Strom-Gesetz, deren Wirkung sich nun zeige.
Experten warnen vor verbleibenden Risiken
Trotz der positiven Nachrichten mahnen Experten zur Vorsicht. Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) geht in seiner Prognose von einer etwas höheren Inflationsrate von 2,4 Prozent für 2026 aus. Zudem warnt IHS-Ökonom Koch vor geopolitischen Risiken, die die Energiepreise schnell wieder in die Höhe treiben könnten. Auch eine bevorstehende Neugewichtung des Warenkorbs durch die Statistik Austria könnte für statistische Verschiebungen sorgen. Für den Jänner 2026 rechnet Koch vorerst mit einer Inflationsrate zwischen 2,4 und 2,5 Prozent.
Quellen: oe24.at, derstandard.at, diepresse.com, wifo.ac.at, bmwet.gv.at
Credits: APA
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