„Reagan dreht sich im Grab um“: Trumps Iran-Deal spaltet die Republikaner

„Reagan dreht sich im Grab um“: Trumps Iran-Deal spaltet die Republikaner

Das Rahmenabkommen mit dem Iran gilt für Donald Trump als außenpolitischer Triumph. In den eigenen Reihen sehen das viele Republikaner ganz anders – und machen ihrem Ärger lautstark Luft.

Von Obama-Kritik zum Obama-Deal?

Was Trump jahrelang als Sinnbild amerikanischer Schwäche attackierte – ein Abkommen mit dem Iran, das Sanktionserleichterungen gegen nukleare Zugeständnisse tauscht – erinnert führende Republikaner nun unangenehm an die eigene Vergangenheit. Wie Time berichtet, bezeichnete ein GOP-Senator das Abkommen intern als „den schlimmsten außenpolitischen Fehler seit Jahrzehnten“. Andere vergleichen es laut Time hinter vorgehaltener Hand mit dem Obama-Atomdeal von 2015, den Trump in seiner ersten Amtszeit demonstrativ aufgekündigt hatte.

Cruz, Cassidy, Cotton: Prominente Kritiker melden sich zu Wort

Die Kritik kommt nicht von den Rändern der Partei, sondern aus dem Kernlager. Senator Bill Cassidy aus Louisiana schrieb laut Rolling Stone DE auf X: „Ronald Reagan dreht sich im Grab um.“ Irans Atomprogramm sei nicht eingedämmt worden, das Regime habe gelernt, dass Drohungen gegen die Straße von Hormus funktionierten – „und wird dieses Druckmittel zweifellos künftig einsetzen.“

Senator Ted Cruz aus Texas wurde noch direkter. Wie Rolling Stone DE berichtet, sagte er gegenüber Reportern: „Die Geschichte lehrt uns, dass Milliarden Dollar an theokratische Fanatiker zu geben, die uns umbringen wollen, keine gute Idee ist. Ich glaube, der Präsident bekommt in dieser Sache sehr schlechte Ratschläge.“

Experten: „Schlechter als Obama“

Besonders vernichtend fällt die Einschätzung von Danielle Pletka aus, Senior Fellow am American Enterprise Institute, einem republikanisch ausgerichteten Thinktank. Wie The Hill berichtet, erklärte sie, das Abkommen sei „lahmer“ als Obamas JCPOA von 2015. „Die Berichte legen nahe, dass es ein furchtbarer Deal ist, dass der Präsident im Wesentlichen nichts bekommen hat, was er versprochen hatte, und dass seine Unterhändler ihn blamiert haben“, so Pletka laut The Hill.

Nukleare Fragen vertagt – der Kernstreit

Was Kritiker in den eigenen Reihen besonders aufbringt: Die für die Republikaner zentrale Frage nach dem iranischen Atomprogramm bleibt im Rahmenabkommen weitgehend offen. Wie The Hill berichtet, haben GOP-Senatoren und Verteidigungsexperten Trump ausdrücklich gemahnt, keinen Deal zu akzeptieren, der dem Iran die weitere Urananreicherung erlaubt oder Sanktionen lockert, solange Teheran weiterhin Hisbollah und Hamas unterstützt. Senator Lindsey Graham aus South Carolina nannte die Verhinderung iranischer Urananreicherung seine oberste Priorität: „Mir ist das Geld egal, solange sie das richtigstellen“, sagte er laut MS NOW. Gleichzeitig räumte er ein, dass „die Art, wie Iran es beschreibt, fürchterlich“ klingt.

Loyale Stimmen halten dagegen

Nicht alle Republikaner verweigern dem Präsidenten die Gefolgschaft. Graham selbst ließ die Tür offen, dem Deal zuzustimmen – sofern die Urananreicherung tatsächlich beendet wird. Senator Chuck Grassley aus Iowa gab sich pragmatisch: „Ich sollte den Deal wohl erst lesen, bevor ich kommentiere“, sagte er laut MS NOW. Die Spaltung zieht sich damit mitten durch die Partei – zwischen jenen, die Trumps Verhandlungsergebnis als Kapitulation werten, und jenen, die abwarten wollen, was das Abkommen im Detail tatsächlich enthält.

EINORDNUNG DER REDAKTION
Die innerparteiliche Kritik trifft Trump an einem empfindlichen Punkt: Der Iran-Deal ist nicht irgendein Politikfeld, sondern eines, auf dem er selbst jahrelang mit scharfer Rhetorik Profil aufgebaut hat. Wer Obamas Abkommen als „katastrophal“ bezeichnete und es demonstrativ zerriss, muss sich nun von den eigenen Parteifreunden fragen lassen, warum sein eigenes Ergebnis nicht besser ist – oder sogar schlechter. Dass die nuklearen Kernfragen auf spätere Verhandlungen vertagt wurden, ist dabei das stärkste Argument der Kritiker: Ein Abkommen, das die gefährlichste Frage offen lässt, mag als Waffenstillstand taugen, als strategischer Erfolg ist es schwer zu verkaufen – besonders gegenüber einer Partei, die das Atomprogramm des Iran seit Jahren als existenzielle Bedrohung darstellt.

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