US-Präsident Donald Trump weist Kritik an seinem Abkommen mit dem Iran scharf zurück – und macht dabei eine Aussage, die aufhorchen lässt. Auch innerhalb seiner Republikanischen Partei reißt die Kritik am Deal nicht ab.
Triumph oder Desaster? Trump feiert, Senat zweifelt
Die Vereinbarung mit dem Iran sei ein „Erfolg“ und sichere den Vereinigten Staaten „niedrigere Ölpreise und den Sieg“, schrieb Trump laut oe24 auf seinem Online-Dienst Truth Social. Kritik daran sei „Propaganda“ der oppositionellen Demokraten. Zum Beleg verwies der Präsident auf steigende Aktienkurse. Kritiker des Deals bezeichnete er bereits am Vortag als „Dummköpfe“.
Das Axios-Interview: „Es gibt keine Grenzen“
Im Gespräch mit dem Nachrichtenportal Axios – das am Freitag veröffentlicht wurde – begründete Trump die Einigung damit, dass eine Fortsetzung des Krieges massive wirtschaftliche Verwerfungen bis hin zu einer weltweiten Depression hätte auslösen können, wie oe24 und CNBC berichten. Der Iran sei militärisch vollständig besiegt worden, so Trump. Auf die Frage, was ihn der Konflikt über die Grenzen seiner Macht gelehrt habe, antwortete Trump laut Axios wörtlich: „Es gibt keine Grenzen. Nein, keine. Diese Lektion habe ich noch nicht gelernt. Ich weiß, dass es sie gibt, aber es gibt keine Grenzen.“
Vance: „Kein einziger Penny“ für den Iran
US-Vizepräsident JD Vance verteidigte das Abkommen laut oe24 als „Gewinn für das amerikanische Volk“. Der Iran erhalte „keinen einzigen Penny“ von den USA, betonte Vance. Zugleich richtete er eine ungewöhnlich scharfe Warnung an Israel: „Wenn ich im Kabinett der israelischen Regierung säße, würde ich vielleicht nicht den einzigen mächtigen Verbündeten angreifen, den ich überhaupt noch irgendwo auf der Welt habe“, zitiert ihn oe24.
GOP-Senatoren greifen Trump offen an
Die Kritik aus den Reihen der Republikanischen Partei ist erheblich. Wie oe24 und CNN übereinstimmend berichten, bezeichnete Senator Bill Cassidy aus Louisiana das Abkommen als den schlimmsten außenpolitischen Fehltritt seit Jahrzehnten und schrieb auf X, Ronald Reagan würde sich „im Grab umdrehen“. Cassidy ist ein ausscheidender Senator – Trump hatte zuvor dafür gesorgt, dass er ab November nicht mehr im Kongress sitzt.
Roger Wicker, republikanischer Vorsitzender des Streitkräfteausschusses im Senat, nannte das Abkommen laut oe24 „völlig im Widerspruch“ zu Trumps eigenen Zielen. Besonders kritisch sah er, dass der Iran laut dem Deal lediglich zusage, „weitere 60 Tage zu verhandeln“, während die USA bereits Wirtschaftssanktionen lockern. Wicker kritisierte zudem den geplanten Wiederaufbaufonds von 300 Milliarden Dollar für den Iran: Damit stelle Trump Teheran deutlich mehr Mittel zur Verfügung als Obama mit seinem Iran-Abkommen von 2015 – selbst wenn das Geld nicht direkt von US-Steuerzahlern komme. Senator Ted Cruz aus Texas rügte laut CNN ebenfalls, die „Geschichte zeige“, dass es „eine außerordentlich schlechte Idee“ sei, Milliarden an „theokratische Fanatiker zu geben, die uns umbringen wollen“ – er glaube, Trump erhalte „in dieser Sache sehr schlechte Ratschläge“.
Demokraten: „Einer der größten amerikanischen Desaster“
Auch die Opposition ließ kein gutes Haar am Deal. Senate Minority Leader Chuck Schumer erklärte laut CNBC, Trump habe „sehr schlecht verhandelt“ und die USA stünden schlechter da als vor dem Krieg. „Dies wird als eines der größten amerikanischen Desaster in die Geschichte eingehen, und das liegt daran, dass Trump diesen Krieg begonnen hat“, so Schumer.
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