Rattengift im Babygläschen: Erstes vergiftetes HiPP-Produkt in Österreich sichergestellt

Rattengift im Babygläschen: Erstes vergiftetes HiPP-Produkt in Österreich sichergestellt

Der Fall sorgt österreichweit für Alarm: Im Burgenland wurde am Samstag das erste nachweislich mit Rattengift verseuchte HiPP-Babygläschen sichergestellt. Dahinter steckt offenbar ein gezielter Erpressungsversuch.

Fund in Schützen am Gebirge bestätigt Schlimmstes

Was Behörden zunächst noch nicht ausschließen konnten, ist nun traurige Gewissheit. Wie die Landespolizeidirektion (LPD) Burgenland berichtet, wurde in Schützen am Gebirge (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) ein offensichtlich manipuliertes Gläschen der Sorte „Karotten mit Kartoffeln“ (190 Gramm) sichergestellt. Ein Kunde hatte das verdächtige Produkt gemeldet – zum Glück, ohne es seinem Kind gegeben zu haben. Laboruntersuchungen durch das Bundeskriminalamt bestätigten am Samstagabend: Rattengift nachgewiesen.

Hintergrund: Erpressungsversuch gegen HiPP

Der Auslöser für die Ermittlungen liegt in Deutschland. Im Zuge laufender Ermittlungen dort wurden die österreichischen Behörden darüber informiert, dass möglicherweise verunreinigte Gläser in Eisenstadt in Umlauf gebracht worden sein könnten, wie die LPD Burgenland mitteilte. Die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bestätigte gegenüber der APA, dass es sich um einen mutmaßlichen Erpressungsversuch gegen den Babynahrungshersteller handelt. HiPP selbst sprach von einem „externen kriminellen Eingriff“ und warnte unmissverständlich: „Der Verzehr eines solchen Gläschens kann lebensgefährlich sein.“

Nicht nur Österreich ist betroffen: Wie t-online.de berichtet, wurden auch in Tschechien und der Slowakei polizeilich markierte Gläser sichergestellt, erste Laboruntersuchungen ergaben ebenfalls giftige Zusatzstoffe.

Was macht Rattengift so gefährlich?

Laut AGES enthält der häufigste Wirkstoff in Rattengiften – Bromadiolon – einen Vitamin-K-Antagonisten, der die Blutgerinnung hemmt. Tückisch dabei: Die Symptome treten oft erst zwei bis fünf Tage nach der Einnahme auf. Warnzeichen sind laut den Experten Zahnfleischbluten, Nasenbluten, blaue Flecken oder Blut im Stuhl. Wer solche Symptome bei seinem Kind feststellt und Kontakt mit betroffenen Produkten nicht ausschließen kann, soll sofort einen Arzt aufsuchen – und das medizinische Personal über den möglichen Verzehr informieren. Die gute Nachricht: Bei rechtzeitiger Behandlung mit Vitamin K ist die Vergiftung gut behandelbar.

So erkennt man verdächtige Gläschen

Die Polizei veröffentlichte konkrete Hinweise zur Erkennung betroffener Produkte. Verdächtig sind Gläser mit einem weißen Aufkleber mit rotem Kreis am Glasboden, einem bereits geöffneten oder beschädigten Deckel, fehlendem Sicherheitsverschluss (das typische „Knack-Geräusch“ beim ersten Öffnen fehlt) sowie einem ungewöhnlichen oder verdorbenen Geruch.

Spar zieht gesamtes HiPP-Sortiment aus dem Regal

SPAR Österreich reagierte schnell: Das gesamte HiPP-Babykostgläschen-Sortiment wurde vorsorglich aus allen Filialen – SPAR, EUROSPAR, INTERSPAR und Maximarkt – genommen. Gekaufte Gläser können ohne Kassenbon zurückgegeben und der Kaufpreis wird vollständig erstattet.

Wer verdächtige Produkte besitzt oder Beobachtungen gemacht hat, soll diese nicht öffnen, beiseitelegen und sich umgehend an die Polizei wenden: LPD Burgenland, Tel. +43 5913310, DW 3333.

Credits: APA

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