Rama baut albanische Regierung um – Und wann geht Skandalbotschafter Fate Velaj in Wien?

Rama baut albanische Regierung um – Und wann geht Skandalbotschafter Fate Velaj in Wien?

Edi Rama hat wieder einmal gezeigt, dass Macht in Albanien keine statische Größe ist, sondern ein Instrument. Sieben Minister mussten nach einer Marathonsitzung der sozialistischen Parteifraktion am Donnerstag ihre Tische räumen. Zwei prominente Namen verschwinden aus der ersten Reihe: Belinda Balluku und Elisa Spiropali sind nicht mehr Teil des Regierungsteams.

Ein Schnitt. Sichtbar. Deutlich. Politisch kalkuliert.

In der Sitzung der sozialistischen Parlamentsfraktion präsentierte Rama die Umbildung als notwendigen Neustart. Albana Koçiu rückt zur stellvertretenden Premierministerin auf – ein klares Signal der Stabilisierung. Enea Karakaçi übernimmt das Infrastrukturministerium, ein Ressort mit enormer strategischer Bedeutung.

Weitere Änderungen im Überblick:

  • Albana Koçiu wird stellvertretende Premierministerin.
  • Besfort Lamallari wird Innenminister.
  • Ferit Hoxha übernimmt das Außenministerium.
  • Enea Karakaçi leitet das Infrastrukturministerium.
  • Erjona Ismaili wird Ministerin für Parlamentsbeziehungen.
  • Toni Gogu steht künftig dem Justizministerium vor.
  • Ermal Nufi wird Verteidigungsminister.

Es ist eine Rochade mit Signalwirkung. Rama demonstriert Handlungsfähigkeit. Er opfert Gewichtige, verschiebt Loyalitäten, ordnet Machtachsen neu. Doch während in Tirana Köpfe rollen, bleibt eine Personalie unangetastet: Fate Velaj, Albaniens Skandal Botschafter in Wien.

Ein Mann, dessen Name in der albanischen Öffentlichkeit nicht unumstritten ist, exxtra24 berichtete ausführlich. Ein Diplomat, der wiederholt im Zentrum medialer Debatten stand. Und dennoch: keine Abberufung, kein öffentlicher Kommentar, kein sichtbares Zeichen der Distanz. Die entscheidende Frage bleibt: Warum trifft der „Reinigungsimpuls“ des Premiers nicht auch Wien? Dass Fate Velaj bislang im Amt bleibt, sendet ebenso ein Signal.

Vielleicht geht es um Timing. Vielleicht um interne Absprachen. Vielleicht auch um etwas, das außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung liegt. Die eigentliche Frage lautet daher nicht nur, warum Fate Velaj noch im Amt ist. Sondern: Wie lange noch?

Credits: APA

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