Raketen für Teheran? US-Geheimdienste belasten China — Trump droht

Raketen für Teheran? US-Geheimdienste belasten China — Trump droht

US-Geheimdienste warnen: Peking bereitet Waffenlieferungen an Teheran vor — mitten in einem brüchigen Waffenstillstand und kurz vor einem geplanten Treffen zwischen Trump und Xi Jinping.

Der CNN-Report, der alles ins Rollen brachte

Es sind drei namentlich nicht genannte Quellen, auf die sich CNN in einem exklusiven Bericht vom 11. April 2026 stützt: Demnach bereitet China die Lieferung schultergestützter Flugabwehrraketen — sogenannter MANPADS — an den Iran vor. Die Systeme sollen innerhalb weniger Wochen übergeben werden, wie CNN unter Berufung auf aktuelle Geheimdiensteinschätzungen berichtet. Zwei der Quellen zufolge plant Peking, die Transporte über Drittländer abzuwickeln, um die Herkunft der Waffen zu verschleiern. Eine offizielle Bestätigung liegt nicht vor.

MANPADS sind leicht transportierbar, einfach zu bedienen und extrem schwer zu kontrollieren. Laut Defence Security Asia können sie von einem einzelnen Schützen aus einer Schulterposition abgefeuert werden und stellen eine ernsthafte Bedrohung für tieffliegende Militärflugzeuge dar — Kampfjets, Hubschrauber, Drohnen.

Hintergrund: Fünf Wochen Krieg, fragiler Waffenstillstand

Der Kontext macht die Meldung besonders brisant. Seit Februar 2026 führen die USA und Israel gemeinsam Militärschläge gegen den Iran durch. Nach fünf Wochen Krieg, in denen zentrale iranische Militärstrukturen und Luftverteidigungsanlagen stark degradiert wurden, trat Anfang April ein fragiler Waffenstillstand in Kraft — offenbar auch mit chinesischer Vermittlungshilfe. Wie The Federal berichtet, gilt der 22. April als nächste Deadline für die laufenden Verhandlungen, die zuletzt in Islamabad stattfanden und ohne Ergebnis geblieben sind.

Laut CNN besteht bei US-Stellen der Verdacht, dass Teheran den Waffenstillstand gezielt nutzt, um verlorene Waffensysteme mit Hilfe ausländischer Partner wiederaufzufüllen. Dass dabei ausgerechnet MANPADS im Mittelpunkt stehen, ist kein Zufall: Wie Newsweek berichtet, hatte Trump selbst bei einer Pressekonferenz bestätigt, dass ein amerikanischer F-15-Kampfjet über dem Iran durch ein schultergestütztes Wärme-Such-Raketensystem abgeschossen worden war.

Trumps Drohung — kurz und unmissverständlich

Als Journalisten den US-Präsidenten am Samstag zu dem CNN-Bericht befragten, ließ Trump keine Interpretationsspielräume offen. Wie Newsweek und der Kyiv Post übereinstimmend berichten, erklärte er: „Wenn China das macht, wird China große Probleme bekommen.“ Weitere Details nannte er nicht — ob er das Thema bereits mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping besprochen habe, wollte er ebenfalls nicht beantworten.

Dabei ist der Zeitpunkt diplomatisch heikel: Trump ist für Anfang Mai zu einem Staatsbesuch in Peking eingeplant, um mit Xi persönlich zu verhandeln. Ein Waffendeal mit dem Iran, dem erklärten Feind der USA im laufenden Konflikt, würde diese Begegnung erheblich belasten.

Peking weist alles zurück

Die chinesische Botschaft in Washington reagierte prompt. Wie CNN berichtet, erklärte ein Sprecher, China habe „niemals Waffen an irgendeine Konfliktpartei geliefert“ — die berichteten Informationen seien unwahr. Peking forderte Washington auf, unbegründete Anschuldigungen zu unterlassen und keine unnötige Hysterie zu schüren. China verweist zudem auf seine Rolle als Vermittler: Peking habe aktiv zur Waffenstillstandsvereinbarung beigetragen und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus unterstützt.

Was auf dem Spiel steht

Sollten die Geheimdiensthinweise zutreffen, wäre es laut Defence Security Asia das erste Mal im laufenden Iran-Konflikt, dass China nicht nur zivile Dual-Use-Technologie, sondern fertige Kampfsysteme an Teheran liefern würde. Das wäre eine qualitative Eskalation — und käme in einem Moment, in dem die USA bereits angekündigt haben, gegen jedes Land, das dem Iran Militärausrüstung liefert, Strafzölle von 50 Prozent zu verhängen. Für das ohnehin durch den Handelskrieg belastete Verhältnis zwischen Washington und Peking wäre ein bestätigter Waffendeal ein weiterer Sprengstoff.

Credits: APA

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