„Rache ist unvermeidlich“: Iranische Regime-Zeitung setzt Merz auf Todesliste

„Rache ist unvermeidlich“: Iranische Regime-Zeitung setzt Merz auf Todesliste

Eine Titelseite sorgt für internationales Aufsehen: Die Teheraner Zeitung „Hamshahri“ zeigt 13 westliche Spitzenpolitiker in orangefarbener Gefängniskleidung – mit unmissverständlicher Rache-Botschaft. Unter den Abgebildeten: auch der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz.

Die Collage im Detail

Auf der Titelseite der Zeitung prangt auf Persisch der Satz „Rache ist unvermeidlich“, darunter wird den abgebildeten Politikern sinngemäß angekündigt, sie würden für ihre „kriminellen“ Taten den Tod erleiden, wie Heute.at berichtet. Besonders drastisch fällt die Darstellung von US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu aus: Beide sind laut der israelischen Nachrichtenseite Ynetnews mit einer Zielmarkierung auf der Stirn versehen. Neben ihnen zeigt die Collage unter anderem US-Außenminister Marco Rubio, US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, den Befehlshaber des US-Zentralkommandos Brad Cooper, den US-Botschafter in Israel Mike Huckabee sowie auf israelischer Seite Verteidigungsminister Israel Katz, Außenminister Gideon Sa’ar und den Generalstabschef der israelischen Armee, Eyal Zamir. Aus Europa sind neben Merz auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der britische Premier Keir Starmer und Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni auf der Liste vertreten.

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Der zeitliche Zusammenhang

Die Veröffentlichung fällt nicht zufällig in diese Woche. Wie der Schweizer Sender 20min.ch unter Berufung auf den italienischen Sender TG24 Sky berichtet, erschien die Grafik am selben Tag, an dem eine Botschaft von Mojtaba Chamenei bekannt wurde, dem Sohn des im Juni bei einem Luftangriff getöteten obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei. Darin kündigte der Sohn explizit Rache für den Tod seines Vaters an – dies sei der Wunsch der gesamten Nation und müsse in die Tat umgesetzt werden, hieß es.

Warum ausgerechnet „Hamshahri“

Bei dem Blatt handelt es sich nicht um eine x-beliebige Boulevardzeitung. „Hamshahri“ gehört der Stadtverwaltung Teheran und gilt als Sprachrohr der iranischen Hardliner. Brisant ist zudem die personelle Verbindung zur Staatsspitze: Der heutige Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf, einer der einflussreichsten Männer des Landes und maßgeblich an aktuellen Kontakten des Regimes mit den USA beteiligt, leitete die Zeitung vor einigen Jahren selbst.

Warum Merz im Visier steht

Dass gerade der deutsche Bundeskanzler auf der Liste auftaucht, dürfte kein Zufall sein. Merz zählt seit Monaten zu den schärfsten Kritikern des Mullah-Regimes. Während der landesweiten Proteste im Jänner hatte er erklärt, das Regime sei „faktisch am Ende“, und mit dessen baldigem Sturz gerechnet – eine Positionierung, die ihn aus Sicht der iranischen Hardliner zum politischen Feindbild gemacht haben dürfte.

Ein weiterer Krisenherd

Die Drohgrafik reiht sich in eine ohnehin höchst angespannte Lage zwischen Teheran und dem Westen ein. Israel bereitet sich unterdessen laut dem Sender i24NEWS auf eine mögliche Wiederaufnahme militärischer Operationen gegen den Iran vor: Israels Verteidigungsminister habe der Armee demnach den Auftrag erteilt, Pläne für unabhängige Angriffe auszuarbeiten, sollte der Iran erneut Raketen auf Israel abfeuern.

Credits: Steffen Prößdorf, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=151722057

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