Fünf Stunden lang verdunkelte der Rauch die weite Umgebung eines brennenden Windrads in Bremervörde (Niedersachsen): Die Feuerwehren konnten den Brand der Windkraftanlage lange Zeit nicht löschen.
Giftiger Qualm über dem Erholungsort Bremervörde (19.000 Einwohner) zwischen Bremen und Hamburg, dazu meterhohe Flammen in schwindelerregender Höhe und brennende Trümmer, die aus dem Himmel stürzen: Am Donnerstagabend ist ein Windrad spektakulär in Brand geraten. Die Feuerwehr konnte nur machtlos zusehen, wie das 65 Meter hohe Bauwerk in Flammen aufging, das Feuer spielte sich in einer Höhe ab, die für Lösch-Technik unerreichbar ist.
Gegen 18.39 Uhr ging der Notruf bei der Polizei ein. Als die ersten Einsatzkräfte am Brandort eintrafen, stand das Maschinenhaus der Windkraftanlage bereits lichterloh in Flammen. Die Flammen fraßen sich durch das Gehäuse, während sich dichter schwarzer Rauch über das Land legte. „Wir hatten keine Chance, den Brand dort oben direkt zu löschen“, erklärte der Einsatzleiter gegenüber Medien. Aus Sicherheitsgründen wurde ein großer Sperrkreis eingerichtet – herabfallende Trümmerteile, darunter ein ganzes Rotorblatt, drohten die Umgebung in Brand zu setzen.
100 Feuerwehrleute im Einsatz, Feuer loderte 5 Stunden
Angesichts der derzeit herrschenden Trockenheit war die Sorge groß, dass sich das Feuer auf benachbarte Felder oder Wälder ausbreiten könnte. Um die dadurch entstehenden Bodenbrände einzudämmen, rückten rund 100 Feuerwehrleute mit schwerem Gerät an. In einem aufwendigen Pendelverkehr wurden über Stunden Wasserreserven mit Tanklöschfahrzeugen zur Einsatzstelle gebracht. Erst nach Mitternacht konnte die Lage vollständig unter Kontrolle gebracht werden.
Die Polizei teilte am Freitag mit, dass nach ersten Erkenntnissen ein technischer Defekt den Brand ausgelöst haben dürfte. Die genaue Ursache ist jedoch noch Gegenstand weiterer Ermittlungen. Das betroffene Windrad wurde bereits im Jahr 2003 in Betrieb genommen – ob Materialermüdung oder ein Defekt im Generatorbereich das Feuer ausgelöst haben, wird nun geprüft. Auch die Höhe des entstandenen Sachschadens ist bislang noch nicht beziffert.
Windkraftanlagen und Brände: kein Einzelfall
Brände an Windkraftanlagen sind selten, aber keineswegs ausgeschlossen. Laut Branchenangaben sind elektrische Defekte, Überhitzung in der Gondel oder Blitzschläge typische Brandursachen. In den meisten Fällen verlaufen solche Brände glimpflich, da sich die Anlagen in der Regel in unbewohntem Gebiet befinden – wie auch in diesem Fall, in dem laut Polizei keine Personen zu Schaden kamen.
Der Vorfall bei Bremervörde wird nun auch Fachbehörden beschäftigen, die die Sicherheitsstandards älterer Windkraftanlagen prüfen wollen. Denn mit der zunehmenden Anzahl und Alterung von Windrädern in Deutschland steigt auch das Risiko für technische Ausfälle.
Credit: Screenshot, News5
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