Während US-Präsident Donald Trump (79) und Russlands Machthaber Wladimir Putin (72) in Alaska über den Krieg in der Ukraine verhandelten, saß Europa – sinnbildlich – auf der Zuschauertribüne. Zwei Stunden lang ging es um Waffenstillstand, Sanktionen und die Zukunft der Ukraine. Doch Europa? Spielt keine Rolle mehr. Und das, so Experten, ist selbstverschuldet.
„Europa will keine Rolle spielen“
Politikwissenschaftler Thomas Jäger (65) bringt es im Gespräch mit der „Bild“ auf den Punkt: „Die Europäer spielen keine Rolle, weil sie keine spielen wollen.“ Statt entschlossen zu handeln, herrscht Uneinigkeit zwischen den Mitgliedsstaaten. „Das Problem ist, dass die Europäer ihr wirtschaftliches Potenzial nicht auf den Weg bringen“, so Jäger weiter. Stattdessen überlässt man die großen Entscheidungen den USA und Russland – und hofft, dass Trump sich nicht von Putin über den Tisch ziehen lässt.
Uneinigkeit als größtes Hindernis
Auch Sicherheitsexperte Peter Neumann (50) sieht die Schuld bei Europa selbst. „Wenn überhaupt, ist Europas Rolle derzeit, auf Trump einzuwirken“, erklärt er der „Bild“. Doch ein Machtfaktor wie früher? „Das ist Europa nicht mehr.“ Die Uneinigkeit zwischen den Mitgliedsstaaten lähmt den Kontinent. Statt mit einer Stimme zu sprechen, verliert sich Europa in internen Streitigkeiten.
Politik-Professor Carlo Masla (57) ergänzt: „In den Kernfragen sitzen wir nicht mit am Tisch.“ Die Vereinbarungen, die Europa mit Trump getroffen habe, seien in dieser Situation wertlos. Weder gibt es nach dem Gipfel einen Waffenstillstand noch die versprochenen harten Sanktionen gegen Russland.
Credits: APA
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