Prozessauftakt: Swift-Attentäter Beran A. vor Gericht

Prozessauftakt: Swift-Attentäter Beran A. vor Gericht

Am heutigen Dienstag begann unter strengen Sicherheitsvorkehrungen der Prozess gegen den 21-jährigen Beran A. am Landesgericht Wiener Neustadt. Ihm wird vorgeworfen, einen Terroranschlag auf ein Taylor-Swift-Konzert im Wiener Ernst-Happel-Stadion geplant zu haben. Gemeinsam mit seinen mutmaßlichen Komplizen Arda K. und Hasan E. soll er eine aktive IS-Zelle geführt haben.

Die Anklage: Terrorpläne und Sprengstoff

Laut Staatsanwaltschaft war Beran A. fest entschlossen, am 9. August 2024 einen Anschlag im Namen des IS zu verüben. Bei einer Hausdurchsuchung in Ternitz wurde der hochexplosive Sprengstoff TATP gefunden. Zudem soll Beran A. Bombenbau-Videos beschafft und versucht haben, Waffen zu kaufen. Eine Liste mit potenziellen Anschlagszielen, darunter der Eintrag „Konzert Taylor Freitag“, wurde vor Gericht präsentiert.

Die Verteidigung: Mobbing und Radikalisierung

Die Verteidigerin von Beran A., Anna Mair, zeichnete ein anderes Bild ihres Mandanten. Der junge Mann mit nordmazedonischen Wurzeln sei während seiner Schulzeit in Wien gemobbt worden und habe in dieser schwierigen Phase Hasan E. kennengelernt. Dieser habe ihn zunächst unterstützt, später jedoch in eine toxische Beziehung und schließlich in die Radikalisierung geführt.

Internationale Dimensionen

Die Anklage wirft Beran A. und Arda K. vor, gemeinsam mit Hasan E., der derzeit in Saudi-Arabien inhaftiert ist, eine Serie von Anschlägen geplant zu haben. Während Hasan E. in Mekka einen Sicherheitsbeamten schwer verletzte, scheiterten die Pläne von Beran A. und Arda K. in Istanbul und Dubai. Dank eines Hinweises aus dem Ausland konnte Beran A. zwei Tage vor dem geplanten Anschlag in Wien festgenommen werden.

Prozess unter Hochspannung

Der Prozess, der auf vier Verhandlungstage angesetzt ist, begann mit technischen Problemen: Ein defekter Bildschirm führte zu einer halbstündigen Unterbrechung. Beran A., der in einem blauen Hemd und Handschellen erschien, drohen bis zu 20 Jahre Haft. Die Beweislast, so die Staatsanwaltschaft, sei erdrückend.

Quellen: oe24.at, Credits: APA

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