Prozess in Wien: Jugendbande missbraucht Lehrerin

Prozess in Wien: Jugendbande missbraucht Lehrerin

Ein Fall von Gewalt durch Jugendliche beschäftigt derzeit das Wiener Landesgericht. Im Mittelpunkt des Prozesses steht die sogenannte „Liesinger Gang“, bestehend aus sieben Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren. Ihnen werden mehrere Straftaten gegen eine 28-jährige Lehrerin vorgeworfen, darunter Vergewaltigung, Erpressung, Diebstahl und Brandstiftung. Der Prozess findet rund eine Woche nach einem viel beachteten Freispruch in einem ähnlichen Fall statt, wie oe24.at berichtet.

Ausgangslage und Anklagepunkte

Laut Informationen von oe24.at begann der Vorfall nach einer einvernehmlichen Beziehung zwischen der Betroffenen und einem 17-jährigen ehemaligen Schüler. Dieser soll Details der Beziehung mit Freunden geteilt haben. In der Folge kam es laut Anklage zu einer Erpressungskampagne seitens der Gruppe, deren Mitglieder familiäre Wurzeln im Irak, in Afghanistan und Rumänien haben. Die Jugendlichen drohten damit, die Beziehung öffentlich zu machen und setzten die Lehrerin damit unter Druck. Die Staatsanwaltschaft gibt an, dass diese Drohungen dazu führten, dass die Betroffene den Jugendlichen Geld, Suchtmittel und Waren besorgte und die Wohnung für Zusammenkünfte zur Verfügung stellte.

Weitere Straftaten und Ermittlungen

Die Anklageschrift listet weiterhin mehrere sexuelle Übergriffe durch verschiedene Bandenmitglieder auf. Nach Angaben von oe24.at wurden Teile der Taten filmisch festgehalten, was den Erpressungsdruck verstärkte. Darüber hinaus werden den Jugendlichen schwerer Diebstahl sowie Brandstiftung vorgeworfen: Im Januar 2025 sollen zwei 15-Jährige und ein 14-Jähriger die Wohnung der Lehrerin angezündet haben. Die drei Hauptangeklagten (ein 15-jähriger Iraker, ein 17-jähriger Rumäne und ein 15-jähriger Afghane) befinden sich in Untersuchungshaft.

Auswirkungen auf das Opfer

Ein psychiatrisches Gutachten, das im Prozess vorgestellt wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass die Lehrerin als direkte Folge der Übergriffe an einer chronischen Depression und einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet. Der psychische Schaden wird darin mit einer schweren Körperverletzung gleichgesetzt. Um eine weitere Belastung zu vermeiden, wurde die Aussage der Betroffenen im Vorfeld aufgezeichnet und wird während des Prozesses eingespielt.

Gesellschaftliche Bedeutung und weiterer Verlauf

Der Prozess ist für vier Verhandlungstage angesetzt und wird von der Öffentlichkeit aufmerksam verfolgt. Laut oe24.at ruft der Fall erneut Diskussionen über Jugendkriminalität sowie die Handlungsfähigkeit der Justiz hervor. Das Urteil wird für den 20. Oktober erwartet. Dies stellt sowohl für das Opfer als auch für die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Jugendgewalt einen wichtigen Zeitpunkt dar.

Quelle: oe24.at
Credits: APA

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