Am Landesgericht Innsbruck findet in Kürze ein Verfahren gegen den Immobilienunternehmer René Benko statt. Er muss sich wegen des Verdachts auf betrügerische Krida verantworten. Nach Angaben von oe24.at sind für den zweiten Prozesstag acht Zeugen geladen, darunter auch Benkos Mutter und Schwester. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Zeugen aus dem engeren Umfeld
Unter den geladenen Zeugen ist Manuel Pirolt, ehemaliger Finanzchef der Signa-Gruppe. Pirolt war zudem Vorstand der Laura Privatstiftung, einer zentralen Gesellschaft innerhalb von Benkos Firmengeflecht. Aufgrund seiner früheren Position wird erwartet, dass er über detaillierte Kenntnisse interner Finanzströme verfügt. Pirolt hatte im März 2025 selbst Insolvenz angemeldet und seine Ämter in der Stiftung niedergelegt.
Aussagebereitschaft von Mutter und Schwester unklar
Zu den weiteren Zeugen zählen Benkos Mutter Ingeborg (75) und seine Schwester. Die Mutter war als pensionierte Kindergärtnerin in das Firmenkonstrukt eingebunden; Ermittler fanden nach Angaben von oe24.at auf dem Laptop der Schwester Blanko-Unterschriften der Mutter. Es steht im Raum, dass die beiden Zeuginnen von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen werden.
Laut News soll die Schwester im November 2023 eine WhatsApp-Nachricht an Benko geschickt haben, in der sie eine Auszahlung von drei Millionen Euro an die Mutter anspricht und nach einer Weiterleitung fragt. Dieser Nachricht wird im Zusammenhang mit den Geldbewegungen innerhalb des Familienkreises Bedeutung beigemessen.
Weitere Schlüsselzeugen
Zu den weiteren Zeugen gehört Marcus Mühlberger, Geschäftsführer der Signa Holding. Laut News bezeichnete er sich selbst als „Unterschriftenaugust“. Ebenfalls geladen ist Chefcontroller Arthur A., der den Ermittlungsbehörden bereits Auskunft gegeben haben soll.
Auch Andreas Grabenweger, Masseverwalter im Insolvenzverfahren, wird als Zeuge erwartet. Grabenweger hatte öffentlich gemacht, dass René Benko auch nach der Insolvenz ein beschlagnahmtes Motorboot genutzt haben soll. Komplettiert wird die Zeugenliste durch die Buchhalterinnen Patricia M. und Sandra K., die Einblick in die täglichen Unternehmensabläufe bieten könnten.
Das Verfahren in Innsbruck ist der Auftakt zu mehreren rechtlichen Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit der Signa-Insolvenz. Seit Ende 2023 haben laut oe24.at insgesamt 156 Gesellschaften der Signa-Gruppe Insolvenz angemeldet.
Credits: APA
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