Privatkonkurs Grasser: 21 Millionen Euro an Schulden

Privatkonkurs Grasser: 21 Millionen Euro an Schulden

21 Millionen Euro an Verbindlichkeiten haben sich offenbar in den 15 Jahren angehäuft, seit die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) mit ihren Ermittlungen gegen Karl-Heinz Grasser (55) begonnen hat: 2010 ist der einstige Polit-Star erstmals von der WKStA zu dem Deal beim Verkauf der Buwog-Immobilien einvernommen worden.

Das Bezirksgericht Kitzbühel hat am Dienstag ein Insolvenzverfahren über das Privatvermögen von Karl-Heinz Grasser eröffnet. Wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) mitteilte, handelt es sich dabei um ein klassisches Schuldenregulierungsverfahren, umgangssprachlich auch als Privatkonkurs bezeichnet.

Grasser, der als Finanzminister unter der schwarz-blauen Bundesregierung der frühen 2000er Jahre bekannt wurde, gibt seine Gesamtschulden mit rund 21 Millionen Euro an. Die Hauptforderungen stammen vom Finanzamt (7,9 Millionen €) sowie von der Republik Österreich (12,7 Millionen €). Die Gläubigeransprüche stehen im direkten Zusammenhang mit der rechtskräftigen Verurteilung Grassers in der Buwog-Affäre.

Keine Arbeit, kaum Vermögen

Der 55-jährige Ex-Politiker erklärte gegenüber dem Gericht, derzeit arbeitslos zu sein. In seiner Stellungnahme führt er aus, dass ihn das langjährige Strafverfahren – es lief fast 16 Jahre – beruflich stark beeinträchtigt habe. In dieser Zeit sei es ihm nicht möglich gewesen, eine neue Beschäftigung aufzunehmen.

Sein aktuelles Vermögen bezifferte Grasser in seiner eidesstattlichen Vermögensaufstellung mit lediglich 300.000 Euro. Hinzu kommen Anteile an der Valuecreation GmbH, die sich allerdings seit Oktober 2014 in Liquidation befindet. Laut Grasser sind diese Gesellschaftsanteile wertlos.

Haftantritt steht unmittelbar bevor

Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens fällt zeitlich mit dem bevorstehenden Haftantritt Grassers zusammen. Nachdem der Oberste Gerichtshof im März 2025 das Urteil im Buwog-Prozess bestätigt hatte, muss der Ex-Minister nun eine vierjährige Freiheitsstrafe verbüßen. Die Einladung zum Haftantritt wurde bereits verschickt.

Da Grasser seinen Hauptwohnsitz in Kitzbühel hat, ist das dortige Bezirksgericht zuständig. Dieses bestätigte nun offiziell die Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Hintergrund: Die Causa Buwog

Grasser war eine der zentralen Figuren im größten Korruptionsprozess der Zweiten Republik. In der sogenannten Buwog-Affäre wurde er wegen Untreue und Beitragstäterschaft zur Bestechlichkeit verurteilt. Die Vorwürfe drehten sich um Millionenprovisionen im Zuge der Privatisierung der Buwog-Wohnbaugesellschaft im Jahr 2004. Nach langem Rechtsstreit bestätigte der Oberste Gerichtshof nun im Frühjahr 2025 das Urteil – womit der Weg für die Vollstreckung frei war.

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