IVF-Fonds wird ausgebaut: Selbstbehalt für Kinderwunsch-Behandlung sinkt

IVF-Fonds wird ausgebaut: Selbstbehalt für Kinderwunsch-Behandlung sinkt

Paare mit unerfülltem Kinderwunsch sollen künftig finanziell spürbar entlastet werden. Die Bundesregierung senkt den Selbstbehalt für künstliche Befruchtungen deutlich. Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP) hat den bereits angekündigten Ausbau des IVF-Fonds nun mit konkreten Zahlen unterlegt.

Was sich konkret ändert

Der IVF-Fonds unterstützt Paare bei der Erfüllung ihres Kinderwunsches, wenn eine In-vitro-Fertilisation medizinisch notwendig ist. Künftig sinkt der von den Betroffenen selbst zu tragende Anteil an den Behandlungskosten von bisher 30 auf 25 Prozent. „Konkret sind es im Schnitt 180 Euro, die wir Familien damit zusätzlich abnehmen, in Härtefällen deutlich mehr“, teilte Bauer laut ORF mit. Für den Fonds selbst bedeutet die Reform voraussichtliche Mehrausgaben von 1,6 Millionen Euro, die laut Ministerin bereits im Familienlastenausgleichsfonds budgetiert seien.

Ein Fonds mit langer Geschichte

Der IVF-Fonds wurde bereits vor 26 Jahren eingerichtet, um Paare zu unterstützen, die sich ungewollt keinen Nachwuchs verschaffen können. Anspruchsberechtigt sind Paare, wobei für die Patientin ein Höchstalter von 40 Jahren und für den Partner ein Höchstalter von 50 Jahren gilt. Gefördert werden bis zu vier Behandlungsversuche – im statistischen Durchschnitt benötigt eine Frau laut Ministeriumsangaben 1,7 Versuche, um schwanger zu werden.

Wer Anspruch auf Förderung hat

Anspruchsberechtigt sind auch gleichgeschlechtliche Paare. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist stets eine medizinische Indikation – also eine nachgewiesene Sterilität der Frau oder des Mannes – sowie die vorherige Ausschöpfung aller anderen Möglichkeiten, eine Schwangerschaft herbeizuführen. Zusätzlich muss das jeweilige Paar in aufrechter Ehe, eingetragener Partnerschaft oder eheähnlicher Lebensgemeinschaft leben.

Was eine Behandlung tatsächlich kostet

Zur Einordnung der finanziellen Belastung: Eine IVF-Behandlung kostet in Österreich laut Ministeriumsangaben zwischen 3.000 und 5.000 Euro. Bei einem Selbstbehalt von nunmehr 25 statt bisher 30 Prozent sinkt der von den Paaren selbst zu tragende Kostenanteil damit spürbar, wenn auch die Behandlung insgesamt weiterhin eine erhebliche finanzielle Belastung darstellt.

Familienministerin: „Bewusstsein schaffen“

Bauer verband die Ankündigung auch mit einem persönlichen Appell. „Kinder sind etwas Schönes. Umso schmerzlicher ist es für Paare, wenn sich der eigene Kinderwunsch nicht gleich erfüllen lässt. Hier möchte ich Bewusstsein schaffen, welche Möglichkeiten für Hilfe es gibt, und auch einiges in Österreich weiterentwickeln“, so die Ministerin gegenüber Heute.at.

Credits: BKA, Regina Aigner

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