Preis-Schock an den heimischen Zapfsäulen: Wann die Regierung bei Benzin und Diesel wirklich eingreift

Preis-Schock an den heimischen Zapfsäulen: Wann die Regierung bei Benzin und Diesel wirklich eingreift

Der Krieg im Nahen Osten zeigt seine drastischen wirtschaftlichen Folgen direkt in unserer Geldbörse. Wenn Sie in diesen Tagen an die Tankstelle fahren, reiben Sie sich vermutlich ungläubig die Augen. Die Ölpreise schnellen weltweit in die Höhe und reißen die Spritpreise in Österreich unweigerlich mit. Für viele Autofahrer wird der Weg zur Arbeit zur massiven finanziellen Belastung. Doch während die Rufe nach einem Eingriff des Staates immer lauter werden, treten führende Wirtschaftsexperten auf die Bremse.

Preise schießen durch die Decke

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Wie oe24.at berichtet, kletterte der Preis für ein Fass Brent-Rohöl in der Spitze um bis zu 29 Prozent auf fast 120 Dollar. Das spüren wir sofort an den heimischen Tankstellen. Ein Liter Diesel kostete zuletzt im Schnitt stolze 1,894 Euro, während für Super 1,689 Euro fällig wurden.

Noch drastischer fallen die Berechnungen der Automobilclubs aus. Laut ORF.at verteuerte sich Diesel innerhalb weniger Tage um satte 16 Prozent, Superbenzin um über 13 Prozent. Der ÖAMTC hält diese rasante Preisexplosion für „nicht nachvollziehbar“. Dominik Graf, Verkehrswirtschaftsexperte beim ÖAMTC, betont gegenüber dem ORF, dass die Anstiege schlichtweg „zu hoch und zu schnell“ seien. Der aktuelle Rohölpreis liege auf dem Niveau vom Jänner, doch damals waren die Preise an den Zapfsäulen noch deutlich niedriger. Auch die Arbeiterkammer (AK) übt scharfe Kritik. AK-Experte Daniel Witzani-Haim sieht bei den Lagerbeständen der Ölkonzerne durchaus noch Spielraum für günstigere Tarife und kritisiert die hohen „Risikoaufschläge“ der Raffinerien.

Wifo-Chef warnt vor Panik

Trotz des enormen Frusts an den Zapfsäulen warnt Wifo-Chef Gabriel Felbermayr vor voreiligen staatlichen Maßnahmen. Wie oe24.at berichtet, sieht der Ökonom die Schmerzgrenze für einen Eingriff erst bei zwei Euro pro Liter Diesel. „Ich denke, es müssten die Preise nochmal deutlich stärker steigen, als das schon der Fall ist, dass so etwas gerechtfertigt wäre“, erklärte Felbermayr in der ORF-Sendung „Das Gespräch“.

Gleichzeitig mahnt Felbermayr im deutschen „Handelsblatt“, zitiert von News.at, zur Besonnenheit: „Keine Panik an der Zapfsäule.“ Wer jetzt lauthals nach einem Tankrabatt rufe, provoziere nur, dass die Preise weiter steigen. Die Mineralölkonzerne könnten auf den Eingriff des Staates spekulieren. Felbermayr hält bei einer länger anhaltenden Krise im Nahen Osten aber staatliche Preisobergrenzen durchaus für denkbar. Diese müssten dann am besten international koordiniert und mit der Freigabe von strategischen Ölreserven flankiert werden.

Politik unter massivem Druck

Der Spritpreis ist längst zum Politikum geworden. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer will sich die Entwicklung nicht länger tatenlos ansehen. Wie Südtirol News berichtet, hat der Minister das Institut für Höhere Studien (IHS) mit einer strengen Überwachung der Tankstellenpreise beauftragt. Man will genau wissen, ob die Konzerne die Krise nutzen, um ihre Margen auf Kosten der Konsumenten zu erhöhen.

Auch die Opposition macht mobil. FPÖ-Chef Herbert Kickl fordert laut ORF.at die sofortige Senkung der Mehrwert- und Mineralölsteuer sowie die ersatzlose Streichung der CO2-Steuer. Grünen-Chefin Leonore Gewessler verlangt hingegen die rasche Umsetzung eines Energiekrisenmechanismus, um im Notfall direkt in die Preise eingreifen zu können.

Klar ist: Der Spritpreis treibt die ohnehin hartnäckige Inflation weiter an. IHS-Chef Holger Bonin rechnet laut oe24.at damit, dass die teuren Treibstoffe die Teuerungsrate um 0,4 Prozentpunkte nach oben drücken werden. Die Regierung muss nun rasch entscheiden, wie sie die heimischen Autofahrer entlastet, ohne gleichzeitig ein wirtschaftliches Strohfeuer zu entfachen.

Quellen: oe24.at, ORF.at, Südtirol News, News.at
Credits: APA

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