Ein Schlagabtausch der Sonderklasse auf der Social-Media-Plattform X (ehemals Twitter) sorgt für internationale Aufregung. Mitten im Zentrum: Der österreichische NEOS-EU-Abgeordnete Helmut Brandstätter und US-Vizepräsident JD Vance. Ein abfälliger Kommentar Brandstätters schlägt hohe Wellen und ruft Kritiker auf den Plan.
Auslöser: EU-Strafe und Zensur-Vorwurf
Der Anfang des digitalen Disputs war eine saftige Strafe der EU-Kommission gegen die Plattform X in der Höhe von 120 Millionen Euro. Der Grund: Mängel bei der Transparenz. Dies rief US-Vizepräsident JD Vance auf den Plan. Er verteidigte das amerikanische Unternehmen auf seinem X-Account mit den Worten:
„Die EU sollte die Meinungsfreiheit unterstützen, anstatt amerikanische Unternehmen wegen Müll anzugreifen“.
Vance sprach von Gerüchten, dass die EU X bestrafen wolle, weil es keine Zensur ausübe.
Brandstätter schießt mit „Piggy Land“ scharf
Diese Aussage wollte der NEOS-Delegationsleiter Helmut Brandstätter offensichtlich nicht unkommentiert lassen. In einer direkten Antwort an Vance schrieb er in englischer Sprache: „Eine Botschaft an das ‚piggy Land‘: Es gibt keine Zensur in Europa und jeder muss sich an unsere Regeln halten.“ Er legte nach und warf dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump vor, die freie Presse zu bekämpfen und Medien zu verklagen. „Also lasst uns in Ruhe“, schloss Brandstätter seinen Beitrag, der schnell millionenfach gesehen wurde.
Wie oe24.at berichtet, spielte Brandstätter mit dem Begriff „piggy Land“ (Schweine-Land) auf einen berüchtigten Ausfall von Donald Trump an. Dieser hatte einst eine Reporterin mit den Worten „quiet piggy“ („Ruhe, Schweinchen“) unterbrochen. Doch die vermeintlich clevere Anspielung kam nicht überall gut an.
Kritik aus Österreich und Konter aus den USA
Die Wortwahl sorgte umgehend für einen Sturm der Entrüstung, besonders aus den Reihen der FPÖ. Zahlreiche FPÖ-nahe Accounts und Politiker kritisierten den NEOS-Mandatar scharf. Brandstätter selbst verteidigte sich in Dutzenden Postings vehement. Dem steirischen FPÖ-Landesrat Hannes Amesbauer richtete er beispielsweise aus: „Lern Englisch. Und lies was. Dann kennst Dich besser aus.“
Um seinen Standpunkt zu untermauern, dass in Europa keine Zensur herrsche, postete Brandstätter eine Rangliste der Pressefreiheit von „Reporter ohne Grenzen“. Darin sind sieben EU-Staaten unter den Top 8, während die USA nur auf Platz 57 liegen. Doch auch das ließ JD Vance nicht auf sich sitzen. Der US-Vize konterte trocken, indem er Brandstätters Beitrag mit den Worten „Quelle: Reporter ohne Grenzen“ zitierte – ein klarer Ausdruck seiner Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Organisation. Der transatlantische Zoff geht damit wohl in die nächste Runde.
Credits: APA (Fotomontage)
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