Wo bisher Andreas Babler von der Fassade lächelte, hängt jetzt Michael Ludwig. An der SPÖ-Zentrale in der Wiener Löwelstraße wurde am Mittwoch das große Plakat ausgetauscht. Mitten in der Suche nach einem neuen Parteichef sorgt das für Gesprächsstoff.
“Ordnen statt Spalten” muss weichen
Wie oe24 berichtet, rückten am Mittwoch Arbeiter an der Bundesgeschäftsstelle der SPÖ an. Das bisherige Sujet mit Vizekanzler und Noch-Parteichef Babler und dem Slogan “Ordnen statt Spalten” wurde abgenommen. An seine Stelle trat ein Plakat der Wiener SPÖ mit Bürgermeister Michael Ludwig und dem Schriftzug “Wien schafft Zuhause”. Ganz glatt lief die Montage nicht: Laut oe24 zeigen Webcam-Aufnahmen, dass das Ludwig-Porträt zweimal angebracht werden musste, offenbar weil der Wind zu stark war.
Routine oder Signal?
Ob hinter dem Austausch eine politische Botschaft steckt oder schlicht ein Kampagnenwechsel der Wiener Landespartei, ist offen. Eine Stellungnahme der SPÖ dazu lag zunächst nicht vor. Der Slogan “Wien schafft Zuhause” passt zum Thema Wohnen, das die Wiener SPÖ seit Jahren in den Mittelpunkt stellt. Der Zeitpunkt sorgt dennoch für Aufmerksamkeit.
Ein Parteichef auf Abruf
Denn Babler befindet sich im schrittweisen Rückzug. Anfang 2027 soll er das Vizekanzleramt an Finanzminister Markus Marterbauer übergeben, den Parteivorsitz wird ein Parteitag im Frühjahr neu vergeben. Bis dahin führen Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner und Klubobmann Philip Kucher die Partei geschäftsführend gemeinsam mit ihm. Ob Marterbauer auch den Vorsitz übernimmt, ist weiter offen. Ludwig, Chef der mächtigsten SPÖ-Landesorganisation, hatte beim Krisengipfel Anfang Oktober eine zentrale Rolle gespielt und war zuletzt etwa gegen FPÖ-Chef Herbert Kickl für Marterbauer in die Bresche gesprungen.
Credits: Parlamentsdirektion/Katie-Aileen Dempsey
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