“Alarmstufe Rot”: ÖH erwartet bis zu 20.000 Menschen bei Uni-Demo in Wien

“Alarmstufe Rot”: ÖH erwartet bis zu 20.000 Menschen bei Uni-Demo in Wien

Studierende, Professoren, Forscher und sogar die Universitätsleitung selbst: Am Donnerstag gehen in Wien alle gemeinsam auf die Straße. Unter dem Motto “Alarmstufe Rot – #UnisRetten!” protestiert die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) gegen das Uni-Budget der Regierung. Laut den Veranstaltern werden bis zu 20.000 Teilnehmer erwartet, der ÖAMTC warnt vor einem Verkehrschaos in der Innenstadt.

Treffpunkt Karlsplatz

Los geht es am Donnerstag um 15 Uhr mit einer Kundgebung vor dem Hauptgebäude der Technischen Universität Wien am Karlsplatz, wie die ÖH in ihrer Aussendung ankündigt. Gegen 16 Uhr soll sich der Zug in Bewegung setzen. Laut Kronehit führt die Route über den Franz-Josefs-Kai und den Ring bis zur Abschlusskundgebung bei der Universität Wien. Aufgerufen sind nicht nur Studierende, sondern auch Lehrende, Forschende und alle Beschäftigten der Hochschulen. Bemerkenswert: Die Universität Wien selbst ruft auf ihrer Website Studierende und Mitarbeiter ausdrücklich zur Teilnahme auf.

Innenstadt meiden

Für Autofahrer wird der Donnerstagnachmittag zur Geduldsprobe. Der ÖAMTC rechnet laut oe24 mit massiven Staus und stundenlangen Verzögerungen und rät, die Innenstadt mit dem Auto zu meiden. Der Protestzug soll teilweise sogar gegen die übliche Fahrtrichtung verlaufen. Die Details zur Route stimmten die Veranstalter laut MeinBezirk mit der Landespolizeidirektion Wien ab.

Worum es geht

Anlass ist das Uni-Budget für 2028 bis 2030, auf das sich die Regierung am Samstag geeinigt hat. Die Universitäten bekommen rund 16 Milliarden Euro, nominell praktisch gleich viel wie bisher, inflationsbereinigt laut APA etwa zehn Prozent weniger. Gefordert hatte die Universitätenkonferenz 18 Milliarden. Die Unis rechnen nun laut MeinBezirk mit einem Personalabbau von mindestens zehn Prozent. “Eine Budgetkürzung um 10 Prozent ist keine ‘stabile’ Finanzierung”, heißt es laut oe24 von der TU Wien. Die Regierung verteidigt die Einigung: Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) sprach von einer “exzellenten Lösung” und verlangt von den Unis “ernsthafte Reformen”.

Was die ÖH stattdessen will

Die ÖH hat eigene Vorschläge, woher das Geld kommen könnte. Statt bei den Universitäten zu sparen, solle der Staat laut MeinBezirk Erbschafts- und Vermögenssteuern einführen und klimaschädliche Subventionen abbauen. Hoffnung auf eine Korrektur macht sie sich noch: Die Finanzierung muss bis Ende Oktober gesetzlich fixiert werden, bis dahin könne die Regierung nachbessern.

Demonstrieren nach Frankreich

Die Demonstration fällt in eine Woche, in der in Frankreich und Italien Proteste gegen Sparkurs und Teuerung in schwere Krawalle umgeschlagen sind. Ob die Polizei deshalb besondere Vorkehrungen trifft, war zunächst nicht bekannt. Staatssekretär Jörg Leichtfried (SPÖ) betonte am Mittwoch beim Pressefoyer nach dem Ministerrat unter Berufung auf Bundeskanzler Christian Stocker, in Österreich werde das Recht auf Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit “fast immer mit großem Verantwortungsbewusstsein wahrgenommen”.

Credits: FotoGablitz

Teilen:
Show Comments (0) Hide Comments (0)
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ihre Meinung? Kommentieren Sie jetzt!x