Pizzabäcker überfällt, tötet und kocht seinen Nachbarn

Pizzabäcker überfällt, tötet und kocht seinen Nachbarn

In Frankreich hat ein aufsehenerregender Mordprozess begonnen, der wegen seiner grausamen Details erschüttert. Angeklagt ist der 32-jährige Pizzabäcker Philippe S., der gemeinsam mit seiner Partnerin Nathalie C. und einem weiteren Mittäter seinen Nachbarn getötet und Teile des Opfers gekocht hat.

Die drei Täter werden des Mordes, der Leichenschändung und der Störung der Totenruhe beschuldigt. Der Fall geht auf ein Verbrechen im Februar 2023 im Département Gard im Süden Frankreichs zurück. Laut der Anklage hatte Philippe S. ursprünglich die Absicht, seinen zurückgezogen lebenden Nachbarn George Meichler auszurauben. Der 60-jährige Mann, in der Nachbarschaft nur als „Diego“ bekannt, lebte in einem abgelegenen Haus nahe der Ortschaft Saint-Gilles. Während des Überfalls soll S. das Opfer gefesselt und geknebelt haben. Doch die Situation eskalierte – Meichler erstickte laut Ermittlern an den Fesselungen.

Der Anwalt von Philippe S., Luc Abratkiewicz, erklärte gegenüber der britischen Zeitung The Telegraph, sein Mandant sei zu diesem Zeitpunkt tief in Alkohol- und Drogenkonsum verstrickt gewesen. Die Tat habe sich aus einer „verwirrten, kriminellen Fantasie“ heraus entwickelt, die „vollkommen aus dem Ruder lief“.

Den Stein ins Rollen brachten Meichlers frühere Lebensgefährtin und seine Tochter. Beide wunderten sich über einen plötzlichen Kontaktabbruch. Die Tochter meldete sich bei der Polizei, nachdem sie eine ungewöhnliche SMS von ihrem Vater erhalten hatte – er habe angeblich eine Reise angetreten. Doch er war für gewöhnlich weder per SMS erreichbar, noch schrieb er je solche Nachrichten.

Schockierender Fund

Wenig später entdeckte die Polizei Meichlers Fahrzeug – es wurde von Philippe S. und seiner Lebensgefährtin genutzt. Die beiden behaupteten zunächst, sie hätten das Auto lediglich zur Versorgung der Hühner des Nachbarn übernommen. Doch bei der Durchsuchung fanden Ermittler Blutspuren und Plastiktüten mit menschlichen Überresten im Kofferraum.

In einer späteren Vernehmung gestand Philippe S. schließlich die grausamen Details. Er habe Meichlers Leiche in mehrere Teile zerlegt. Einige davon habe er verbrannt, andere in einem Gemüsesud gekocht – angeblich, um die Zersetzung zu beschleunigen und Gerüche zu überdecken. Solche Methoden habe er, so seine bizarre Aussage, bei Aufenthalten in Nepal „beobachtet und übernommen“.

Ein 27-jähriger Mitangeklagter, ein ehemaliger Friedhofsarbeiter, gestand, aktiv an der Beseitigung der Leiche beteiligt gewesen zu sein. Er soll unter anderem beim Transport und der Verbrennung geholfen haben. Die Lebensgefährtin von Philippe S. bestreitet hingegen jegliche Beteiligung an der Tat. Sie habe von Teilen der Geschehnisse zwar gewusst, sei aber nicht aktiv beteiligt gewesen.

Das Gericht in Nîmes verhandelt den Fall unter hohen Sicherheitsvorkehrungen. Das Urteil gegen das Trio könnte noch in dieser Woche fallen. Der Fall hat in Frankreich eine Debatte über psychische Gesundheit, Gewaltverbrechen auf dem Land und die Rolle von Randexistenzen in der Gesellschaft entfacht.

Credit: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x