Das Vertrauen in das staatliche Pensionssystem bröckelt – und das massiv. Eine aktuelle Großstudie zeigt: Die Mehrheit der Bevölkerung rechnet nicht damit, im Alter ausreichend versorgt zu sein. Die Konsequenz: Immer mehr Menschen nehmen die Vorsorge selbst in die Hand.
Drei Viertel zweifeln – Vertrauen auf Tiefpunkt
Wie die Vorsorgestudie 2026 von Erste Bank, Sparkassen und der Wiener Städtischen zeigt, glauben drei Viertel der befragten Österreicher nicht daran, vom Staat später eine ausreichend hohe Pension zu erhalten. Knapp die Hälfte – konkret 48 Prozent – nennt als Hauptgrund für private Vorsorge explizit das mangelnde Vertrauen in den Staat als verlässlichen Pensionspartner. Sonja Brandtmayer, Generaldirektor-Stellvertreterin der Wiener Städtischen, bringt es gegenüber OTS auf den Punkt: „Drei Viertel der Befragten zweifeln demnach daran, später eine ausreichend hohe Pension vom Staat zu erhalten. Dass bereits heute jeder vierte Steuereuro in die Stützung der öffentlichen Pensionen fließt, verunsichert mittlerweile 8 von 10 Befragten in Österreich.“
Altersarmut als reale Bedrohung
Die Studie, die laut OTS auf einer repräsentativen Online-Befragung von 1.000 Personen zwischen 16 und 65 Jahren basiert – durchgeführt Ende 2025 durch das Marktforschungsinstitut IMAS –, zeigt auch: 39 Prozent der Befragten schätzen ihr persönliches Risiko, in der Pension von Altersarmut betroffen zu sein, als hoch ein. Jeder sechste geht sogar davon aus, im Alter weiterarbeiten zu müssen, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Besonders betroffen: Frauen, die laut Studie rund dreimal so oft von Altersarmut betroffen sind wie Männer und dementsprechend unzufriedener mit dem staatlichen System sind.
Düstere Konjunkturerwartung verschärft die Lage
Der Pessimismus greift auch gesamtwirtschaftlich um sich. Wie die Vorsorgestudie 2026 ausweist, rechnen 61 Prozent der Befragten in den kommenden Monaten mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage und der Lebensqualität – nur 9 Prozent erwarten eine Verbesserung. Direkte Folge: Private Absicherung gewinnt massiv an Bedeutung. Für 90 Prozent hat private Vorsorge laut Studie inzwischen einen sehr hohen oder hohen Stellenwert – ein Allzeithoch.
Eigeninitiative steigt – Klassiker dominieren
Wie aus der OTS-Presseaussendung zur Studie hervorgeht, investieren die Österreicher im Schnitt 225 Euro pro Monat in private Altersvorsorge. Männer mit 265 Euro deutlich mehr als Frauen mit 179 Euro. Bei den Instrumenten dominieren laut Studie die Klassiker: Sparkonto (51 %), Lebensversicherung (38 %) und Wertpapiere bzw. Fondssparpläne (25 %). Auffällig: Das Sparkonto verliert erstmals seit Jahren an Boden, während Wertpapiere und Fondssparpläne zulegen. Als wirkungsvollste Gegenmaßnahmen gegen drohende Altersarmut nennen 86 Prozent der Befragten frühzeitige private Vorsorge, 77 Prozent fordern eine stärkere staatliche Förderung eben dieser.
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